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Andrea S.

Lesens-Wert

Empfohlene Beiträge

Wenn die Figuren so sorgsam und liebevoll aufgebaut werden, dass sie leben, dass ich weiß, wie sie denken, was bestimmte Dinge für sie bedeuten, dann braucht manches nicht mehr ausgesprochen zu werden, und ich als Leser erlebe diesen magischen Moment des "wortlosen" Einklangs, wie im beschriebenen Bespiel.

 

Als Lehre kann man daraus ziehen, dass man sich das trauen darf und sollte, was der Anfänger sich zu selten traut: wegzulassen. Den Leser miteinzubeziehen, darauf zu vertrauen, dass er die Lücken füllt, die ich in meinem Dialog mit ihm gelassen habe.

 

Vertrautheit nicht nur zwischen Leser und Autor - die erste und gründliche Vertrautheit sollte zwischen Autor und Figuren bestehen - auch da kann viel durch Weglassen (eine der magischen Zutaten) erreicht werden.

Wenn man als Autor mit seinen Helden zum Beispiel nur warm wird, indem man etwa ihr Aussehen beschreibt, dann sollte man das irgendwo nebenbei machen und es später in kleinen Prisen in die Handlung einfließen lassen.

 

Was man aber weglässte und was und iwe man darstellt, das ist nun wieder keine Frage der Technik, sondern ergibt sich aus dem Kontext - und ich sage eben doch noch mal - dem Gefühl.

Auf jeden Fall aber muss eine Figur soviele Schichten haben, DASS man etwas weglassen kann, und sie noch immer vollständig ist. ;)

 

Andrea

Neu: Das Gold der Raben. Bald: Doppelband Die Spionin im Kurbad und Pantoufle

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Hallo,

 

für mich sind die Bücher die wertvollsten, die ich von jemandem mit einer besonderen Geste oder aus einem besonderen Grund erhalten habe. Mit denen ich auch Erinnerungen verknüpfe. Das ist völlig unabhängig davon, wie gut mir die Story an sich gefallen hat. Sie haben einfach eine ganz besondere Bedeutung. Wie z.B. ein Buch, das mir mein Vater einmal geschenkt hat. Oder eines, das mir eine sehr gute Freundin als Trost gegeben hat. Eines, das ich mit einer besonders schönen Erinnerung verknüpfe. Diese Bücher hinterlassen, wann immer ich sie in die Hand nehme, ein warmes Gefühl in mir und sind dadurch wertvoller als solche, die mich zwar sehr gut unterhalten haben, die aber frei von solch persönlichem Wert sind.

 

LG

Tanya

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Wenn die Figuren so sorgsam und liebevoll aufgebaut werden, dass sie leben, dass ich weiß, wie sie denken, was bestimmte Dinge für sie bedeuten, dann braucht manches nicht mehr ausgesprochen zu werden, und ich als Leser erlebe diesen magischen Moment des "wortlosen" Einklangs, wie im beschriebenen Bespiel.

 

Als Lehre kann man daraus ziehen, dass man sich das trauen darf und sollte, was der Anfänger sich zu selten traut: wegzulassen. Den Leser miteinzubeziehen, darauf zu vertrauen, dass er die Lücken füllt, die ich in meinem Dialog mit ihm gelassen habe.

 

Gegenprobe:

Man versuche, bei dem Beispiel eine winzige Erklärung einzufügen, nur um sicher zu gehen, dass der Leser bloß nicht denkt, die kriegen sich.

Und? Der Zauber ist weg.

 

Uschi hat es besser gesagt als ich, aber das ist, was ich meinte, wenn ich von einer Technik gesprochen habe. Es ist das Können des Schreibers. Wenn der Kontext und die Figuren so gut aufgebaut sind, dass man mit weniger mehr sagen kann, eben nur durch diese zwei Sätze, in denen der Leser einen Abgrund ahnt, weil beide das gleiche sagen, aber etwas anderen meinen, dass einer von beiden leiden wird ... das ist professionelles Können, bewusstes Schreiben (deshalb habe ich das Technik genannt, im guten Sinne des Wortes) und es geschieht nicht nur so durch Magie oder Zufall. Man kann es lernen und bewusst anwenden.

 

Und es gehört auch Mut dazu, jede weitere Erklärung wegzulassen.

 

Deshalb liebe ich solche Beispiele, denn gerade als Autor möchte ich lernen, wie die Könner es machen.

 

Ulf

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, www.ulfschiewe.de

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Dann will ich mal die Heimlichtuerei beenden und den Urheber des Zitats samt seinem Werk verraten. Achtung, Spoiler...

 

 

 

 

David Gemmel: Die Falkenkönigin - Eisenhands Tochter

 

 

 

 

Spoiler aus. (Ohnehin hält sich die Spoilerei in Grenzen, da ja "er" und "sie" aus dem Zitat noch keine konkreten Personen sind)

 

Interessant jedenfalls ist, dass der Autor alles andere als zuverlässig solche Genialitäten liefert. Sogar im selben Buch, aus dem das Zitat stammt, gibt es hundert Seiten, die einfach grausam deplaziert sind und getrost überblättert werden können. Andere Romane von ihm sollte man nicht einmal aufklappen, so schlecht, langweilig und vorhersehbar sind sie. Und dann gibt es wieder andere Romane, die so unglaublich authentisch das Leben und Leiden der Menschen abbilden, dass man den Mund nicht mehr zubekommt.

 

Ja, auch ich hätte natürlich gerne eine Formel, mit der sich zuverlässig Magie schaffen lässt. Die Technik des "Weglassens" ist da wohl nahe dran. Aber das Beispiel des genannten Autors ist alles andere als ein Beweis dafür, dass man sich die Magie so einfach konstruieren kann.

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Na, dann war es wohl ein Zufallstreffer. Deshalb ist das Konzept trotzdem aber richtig. Und es gibt ja Autoren, die so etwas regelmäßig beherrschen, und denen man deshalb nacheifern sollte. :)

 

LG

Ulf

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, www.ulfschiewe.de

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Warum Schlusswort?

 

Sollen wir den Thread jetzt zumachen?

 

Ich könnte mir vorstellen, dass es zum Thema, was die Magie der Lieblingsbücher ausmacht, durchaus noch etwas zu sagen gibt.

 

Andrea

Neu: Das Gold der Raben. Bald: Doppelband Die Spionin im Kurbad und Pantoufle

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Absolut nicht war das als Thread-Schlusswort gemeint, ich meinte das nur auf den Dialog zwischen Ulf und mir bezogen. Es sollte nur signalisieren, dass sein Beitrag die, um mal im Philosophen-Jargon zu sprechen, "Synthese" unserer Diskussion darstellt.

Auf das ganze Thema war das nicht bezogen. Zugegeben, ich hätte mich deutlicher ausdrücken können.

Der eine Satz erschien mir nur griffiger als eine lange Erklärung. Aber offenbar war der Kontext nicht stark genug - da haben wir wohl ein Beispiel dafür, wie die Magie des Weglassens fehlgeschlagen ist. ;)

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Ich meine, dass die "magic moments" etwas mit Nähe zu tun haben könnten. Und wo Nähe ist, muss man meist nicht viele Worte machen. Nähe zu der Geschichte, Themen, Ambiente, Figuren, Situationen - eigentlich egal. Und je mehr über einen solchen Subtext transportiert wird, unausgesprochen bleibt, aber dennoch verstanden wird, desto intimer wird das Verhältnis zu einem Buch.

 

Die Kunst großer Illusionisten ist es ja, nur mit einem Fingerschnippsen ganze Welten aus dem Nichts zu erschaffen - oder scheinbar dorthin verschwinden zu lassen. Und das erweckt das große Staunen, Fassungslosigkeit, Glücksgefühle. Von daher müsste eine solche Magie also auch in der Lage sein, große Emotionen hervorzurufen, ohne viel Aufhebens darum zu machen. Sozusagen: "Uns bleibt immer Paris" ;-)

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Es ist das Können des Schreibers. Wenn der Kontext und die Figuren so gut aufgebaut sind' date=' dass man mit weniger mehr sagen kann, eben nur durch diese zwei Sätze, in denen der Leser einen Abgrund ahnt, weil beide das gleiche sagen, aber etwas anderen meinen, dass einer von beiden leiden wird ... das ist professionelles Können, bewusstes Schreiben (deshalb habe ich das Technik genannt, im guten Sinne des Wortes) und es geschieht nicht nur so durch Magie oder Zufall. Man kann es lernen und bewusst anwenden. [/quote']

 

Das ist eben just mein Problem - *Vermessenheitsmodus an* Ich kann es und ich mache es, aber ich weiß verdammt noch mal nicht, wie es mir gelingt. *Vermessenheitsmodus aus*

 

Darum nenne ich es für mich immer noch Magie. Irgendwann habe ich die Figur neben mir stehen, und ich schreibe, ohne mich um auch nur einen Deut um eine Technik zu kümmern, was sie sagt und tut.

 

Ja, und deshalb haben diese Momente etwas mit Nähe zu tun, deshalb gibt es eine Art wortloser Verständigung. Aber so weit kommt mMn ein Autor nur, wenn er sich seiner Figur/seinem Thema öffnet?, hingibt?, sich auch von ihr überraschen lässt?

Und nicht alle Beweg- und Hintergünde kennt, der Figur auch ihr Geheimnis lässt, das sowohl Leser und Autor gemeinsam ergründen müssen.

 

Ich hab heute meinen philosophischen ... ::)

 

Andrea

Neu: Das Gold der Raben. Bald: Doppelband Die Spionin im Kurbad und Pantoufle

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Darum nenne ich es für mich immer noch Magie. Irgendwann habe ich die Figur neben mir stehen, und ich schreibe, ohne mich um auch nur einen Deut um eine Technik zu kümmern, was sie sagt und tut.

 

Ja, und deshalb haben diese Momente etwas mit Nähe zu tun, deshalb gibt es eine Art wortloser Verständigung. Aber so weit kommt mMn ein Autor nur, wenn er sich seiner Figur/seinem Thema öffnet?, hingibt?, sich auch von ihr überraschen lässt?

Und nicht alle Beweg- und Hintergünde kennt, der Figur auch ihr Geheimnis lässt, das sowohl Leser und Autor gemeinsam ergründen müssen.

 

Ich vermute mal ... das ist jetzt meine spontane Theorie ... dass dies an zwei Stellen geschieht. Voraussetzung ist natürlich die Nähe zur Figur und auch der Kontext, vielleicht auch die kleinen "Vorankündigungen", wo die Sache möglicherweise hinläuft. Aber nehmen wir an, diese Vorarbeit ist geleistet, dann sind zwei Dinge wichtig:

 

a) die spontane Intuition beim Schreiben, die manchmal unbewusst zu solchen Perlen führt,

b) die rigorose Überarbeitung, bei der man im Nachhinein erkennt, dass man zu viel des Guten geschrieben hat und dann brutal runterkürzt auf das Essentielle oder auf die Andeutung, die alles Weitere dem Leser überlässt.

 

Vorher planen ist glaube ich schwierig. Wenn, dann klappt es bei mir aus einer Kombination von a) und b).

 

So etwas ist ja nicht nur bei Dialogen nützlich, sondern oft auch bei Szenenende, wo eine kleine minimale Andeutung genügt, die Spannung hochzuschrauben.

 

LG

Ulf

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, www.ulfschiewe.de

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Was meine derzeitigen Lieblingsbücher ausmacht sind vier Dinge.

Charaktere, die nie um das Mitleid der Leser heischen, egal wie dreckig es ihnen geht.

Keine besonders große Spannung (ich könnte keinen Thriller oder Krimi zweimal gleich genießen, wenn ich die Lösung weiß ist die Luft raus)

Es sind Entwicklungsgeschichten, bei denen es hauptsächlich eine Perspektive hat, alle anderen sind vernachlässigbar und dieser eine Blick bringt mich nah an die Figur heran.

Kleine Details, die mir in Erinnerung bleiben.

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Keine besonders große Spannung (ich könnte keinen Thriller oder Krimi zweimal gleich genießen, wenn ich die Lösung weiß ist die Luft raus)

 

Das kann ich komischerweise durchaus, vor allem, wenn der Fall und seine Aufklärung so subtil mit dem Täter/Opfer/Ermittler verwoben ist, dass man die Feinheiten erst beim zweiten oder dritten Mal wirklich erkennt. Es gibt solche vielschichtigen Krimis (bei Thrillern bin ich mir unsicher, die lese ich zu selten).

 

Andrea

Neu: Das Gold der Raben. Bald: Doppelband Die Spionin im Kurbad und Pantoufle

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Bei Thrillern ist natürlich auch so mit den Feinheiten, ja sicher ;-) Für mich ist das Lesen (oder Sehen) von Geschichten nicht zwingend auf das Ende oder die Auflösung fokussiert. Wenn es eine tolle Geschichte war, sind andere Dinge wichtig. Ich habe zig Filme schon zehn Mal oder noch öfter gesehen (und könnte und werde sie mir noch zehn Male ansehen), obwohl ich weiß, wie sie ausgehen, und auch einige Spannungs-Bücher schon mehrfach gelesen bzw. habe einige im Regal, die ich durchaus nochmal lesen würde, weil sie toll sind.

 

Tatsächlich aber gibt es einige Gesichten, die ganz auf die Auflösung hin konstruiert werden, die dann einen derartig spektakulären Twist als Highlight bringen - dass beim zweiten Mal irgendwie die Luft raus ist. Das liegt vielleicht daran, dass unterwegs zum Ziel nicht viel vom Weg zu sehen ist, sodass man den beim zweiten Mal konzentrierter genießen könnte.

 

Ist wie beim Essen: Manches schmeckt dann nur noch aufgewärmt. Einiges schmeckt aufgewärmt aber auch viel besser als frisch, hehe.

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"Jedesmal, wenn du ein Buch fortgelegt hast und beginnst, den Faden eigener Gedanken zu spinnen, hat das Buch seinen beabsichtigten Zweck erreicht."

 

Worte des Schriftstellers Janusz Korczak, die mich seit jeher beeindrucken und mir auch beim Schreiben als Leitfaden dienen.

Die Magie eines Buches ist nicht im Text (allein) fixiert, sie steht, sie entsteht in einem anderen Raum. (s. a. weiter oben "Resonanz")

 

Je mehr eine Geschichte, Erzählung, ein Roman es mir erlaubt, diesen "magischen" Raum der Phantasie - frei -zu betreten, um so lesens-werter wird ein Buch (für mich).

 

LG, Imre

Gib, gib auch nach, aber gib nicht auf.&&www.imre-toeroek.de

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Die Magie eines Buches ist nicht im Text (allein) fixiert' date=' sie steht, sie [b']entsteht[/b] in einem anderen Raum. (s. a. weiter oben "Resonanz")

 

Je mehr eine Geschichte, Erzählung, ein Roman es mir erlaubt, diesen "magischen" Raum der Phantasie - frei -zu betreten, um so lesens-werter wird ein Buch (für mich).

 

Dass die Magie einer Geschichte nicht ausschließlich durch den Text bestimmt wird, sondern auch durch die Gedanken, die hinter ihr stehen (sich aber im Text durch den Stil manifestieren) ist natürlich auch ein ganz wichtiger Hinweis. So sollte der Autor allerdings erstens ein paar hintergründige Gedanken hegen und andereseits dem Leser auch den Raum lassen, seine eigenen dazuzuspinnen.

 

Es läuft vermutlich wieder auf das Verinnerlichen und dann das Weglassen hinaus.

 

Andrea

Neu: Das Gold der Raben. Bald: Doppelband Die Spionin im Kurbad und Pantoufle

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Es läuft vermutlich wieder auf das Verinnerlichen und dann das Weglassen hinaus.

Ja, liebe Andrea.

 

In guten Erzählungen, Romanen hat die Autorin/der Verfasser sehr viel mehr über das Thema nachgedacht, als es ausdrücklich im Buch steht. Weglassen ist wohl tatsächlich die Kunst, die Magie erzeugt und uns (mich) besonders anspricht.

 

Deswegen dürfen Charaktere oder Schauplätze etc. trotzdem genau und ausführlich und eindringlich beschrieben werden. Also nichts gegen wunderbar anschauliche Schilderungen.

Was weggelassen wird, ist sozusagen das Aha-Erlebnis. Das wird (trickreich, höflich, demütig ... welches Wort man dafür auch mag) den Lesern überlassen.

 

LG, Imre

Gib, gib auch nach, aber gib nicht auf.&&www.imre-toeroek.de

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Deswegen dürfen Charaktere oder Schauplätze etc. trotzdem genau und ausführlich und eindringlich beschrieben werden. Also nichts gegen wunderbar anschauliche Schilderungen.

 

Klar, sonst wäre das magischste Buch aller Zeiten

das Buch mit leeren Seiten ... :)

 

Andrea

Neu: Das Gold der Raben. Bald: Doppelband Die Spionin im Kurbad und Pantoufle

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Unvergessene Bücher handeln oft von unvergesslichen Figuren, Protas wie auch Antagonisten.

 

Figuren, die ungewöhnlich bis ekzentrisch sind, manchmal auch sperrig, von einem Ziel besessen sind, von einer Leidenschaft nicht lassen können, authentisch dargestellt und doch überlebensgroß, an deren Leben, Höhen wie Tiefen, der Leser unbedingt teilhaben möchte, die ihn anstoßen, berühren und überraschen können.

 

LG

Ulf

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, www.ulfschiewe.de

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Klar, sonst wäre das magischste Buch aller Zeiten

das Buch mit leeren Seiten ...  :)

 

ja, wenn wir mal wahnsinnig viel Zeit haben, Andrea, schreiben wir es  :s22.

 

Nun mit mehr Ernst.

 

Unvergessene Bücher handeln oft von unvergesslichen Figuren, Protas wie auch Antagonisten.

Ulf, dem kann ich viel abgewinnen, ist für mich auch oft eines der Kriterien, warum ein Buch mich nach Jahren noch beschäftigt.

Wobei ich bei mir feststelle, heute "stolpere" oft über sperrige, exzentrische Figuren und Protas in Romanen. Sie reißen mich aber selten so mit, üben nicht jenen Bann aus, wie in Büchern älteren Datums.

Obwohl die (etwas) älteren Meister die Exzentrik der Figur(en) gar nicht ins Uferlose gesteigert haben, trotzdem packen ihre Bücher mich oft mehr.

Vieles davon habe ich in Jugend und mit 20, 30 gelesen, aber auch nach Jahrzehnten ist eine Wirkung da.

 

Weniger ist mehr?

 

LG, Imre

 

PS: Ich finde übrigens die Vorgabe von Andrea toll, dass wir keine Autoren und Titel benennen. Oft kribbelt es mir in den Fingern ... ;D.

Aber die Diskussion regt so viel mehr zum Nachdenken an.

Gib, gib auch nach, aber gib nicht auf.&&www.imre-toeroek.de

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PS: Ich finde übrigens die Vorgabe von Andrea toll, dass wir keine Autoren und Titel benennen.

 

Ähm... Ich entschuldige mich hiermit dafür, es doch getan zu haben. :-X

Tut mir Leid, Andrea, ich hatte das etwas anders verstanden, als du es wohl gemeint hattest. War also kein böser Wille dahinter.

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Thomas, Dir sei vergeben ...

 

Ulf, exzentrisch müssen Figruren gar nicht unbedingt sein und auch nicht sperrig. Das steht der Resonanz gelegentlich sogar im Weg.

 

Aber sie müssen ein Schicksal haben - und für mich müssen sie es auch meistern. Oder wenigstens großartig untergehen.

 

Ein bisschen überlebensgroß habe ich sie auch gerne - mittelgroß bin ich selber.

 

Andrea

Neu: Das Gold der Raben. Bald: Doppelband Die Spionin im Kurbad und Pantoufle

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Ulf' date=' exzentrisch müssen Figruren gar nicht unbedingt sein und auch nicht sperrig. Das steht der Resonanz gelegentlich sogar im Weg.[/quote']

 

Natürlich nicht. Aber es hilft, wenn sie außergewöhnlich sind oder außergewöhnliche Ziele haben.

 

Ulf

Die Montalban-Reihe, Die Normannen-Saga, Die Wikinger-Trilogie, Bucht der Schmuggler, Land im Sturm, Der Attentäter, Die Kinder von Nebra, www.ulfschiewe.de

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Je mehr eine Geschichte, Erzählung, ein Roman es mir erlaubt, diesen "magischen" Raum der Phantasie - frei -zu betreten, um so lesens-werter wird ein Buch (für mich).

 

Ach Imre, du hast mal wieder genau das gesagt, was ich fühle. Genau diesen Raum finde ich so großartig an Büchern.

 

Ich merke, dass ich ein gutes Buch gelesen habe, wenn ich danach unbändige Lust aufs Schreiben kriege.

 

Gruss,

 

Mascha

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Aber sie müssen ein Schicksal haben -

Jaaa, genau.

Und wenn wir mit einem Plot arbeiten, wissen wir natürlich während der ganzen Arbeit am Roman (ziemlich genau, ähm ;D), wie er ausgehen wird. Und das im Text nicht anmerken lassen!

 

Wenn ich Filme sehe, und dann kommt schon anfangs und wiederholt die Musik und sagt: der ist der Böse. Dann interessiert mich noch ein bisschen, wie der Regisseur es hinkriegt, dass der Gute schließlich doch gewinnt.

Aber Schicksal, Schicksal ist viel wechselvoller, unberechenbarer. Magischer ...

... magischer Raum :)

 

Genau diesen Raum finde ich so großartig an Büchern.
:s04

 

Imre

Gib, gib auch nach, aber gib nicht auf.&&www.imre-toeroek.de

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