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(Gina)

Iain Pears: Entscheidung am Kreuzweg (An Instance of the Fingerpost)

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England um 1660: Der Arzt Marco da Cola ist aus Venedig nach Oxford gereist. In der Universitätsstadt lernt er so bedeutende Persönlichkeiten wie den Mediziner Richard Lower, den Philosophen John Locke oder den Mathematiker John Wallis kennen. Wenige Tage nach seiner Ankunft wird er Zeuge eines Giftmordes an dem Arzt und Theologen Dr. Robert Grove. Der Verdacht fällt schnell auf die Tochter von da Colas einziger Patientin. Obwohl der Italiener zunächst nicht von ihrer Schuld überzeugt ist, bringt er sie letztendlich an den Galgen, als ihm der entscheidende Beweis für ihre Täterschaft in die Hände gespielt wird.

 

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Das ist - kurz und knapp zusammengefasst – die Handlung des ersten Buchs, das beim Leser zwar einige Fragen offen lässt, aber sei´s drum: Im Großen und Ganzen ist der Fall geklärt und die Täterin überführt.

Doch dann kommt im zweiten Buch der junge Engländer Jack Prescott zu Wort, der die Zusammenhänge, die zum Mord an Grove geführt haben, ganz anders bewertet und dem Leser letztendlich auch einen anderen Schuldigen präsentiert.

Im dritten Buch – man ahnt es bereits – meldet sich mit John Wallis wieder ein neuer Erzähler zu Wort und wieder ändert sich mit der Erzählperspektive auch die Bewertung der Fakten. Sowohl da Cola als auch Prescott werden als schändliche Lügner entlarvt und am Ende des Berichts stehen eine neue Aufklärung und ein neuer Täter.

Erst im vierten und letzten Buch bringt der Antiquar Anthony Wood – der in den ersten drei Berichten nur als lächerliche Randfigur in Erscheinung getreten ist – Licht in die Angelegenheit. Ein Puzzleteil fügt sich zum anderen und zum Schluss sieht der Leser endlich das ganze komplexe Bild.

Die Fäden in Iain Pears Roman "An Instance of the Fingerpost" (in der deutschen Übersetzung "Entscheidung am Kreuzweg" – leider nur noch antiquarisch lieferbar) sind wirklich meisterhaft ineinander verwoben und versponnen. Zusätzlich zur spannenden Krimi-Handlung bekommt man als Leser noch einen detaillierten Einblick in die Zeitgeschichte Englands vor dem Hintergrund von Oliver Cromwells Bürgerkrieg, dem Wiedererstarken der Monarchie und des erbitterten Machtkampfes zwischen Anglikanern, Katholiken und Protestanten. Unbedingt lesen!

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Liebe Leute,

 

ich muss mich Gina hundertprozentig anschließen. Es ist schon einige Jahre her, dass ich den Roman gelesen habe, und mich hat er ebenfalls sehr beeindruckt. Die religiösen und politischen Konflikte, der Kampf zwischen Naturwissenschaft und Kirche, die Vernetzung fiktiver und historischer Figuren - ganz toll.

 

Liebe Grüße,

 

Susanne

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