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Rainer Innreiter

Chancen für einen etwas niveauvolleren Liebesroman?

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Ich hoffe, ich kann diese Frage stellen, ohne ausgelacht und mit Wasser bespritzt zu werden.

Wenn ich mal kurz ausholen darf: Für gewöhnlich schreibe ich Kurzgeschichten, meistens Dark Fantasy, Satiren oder Geschichten mit sozialkritischem Hintergrund. Nicht, dass ich dessen überdrüssig wäre - es kann schließlich nie zuviele Geschichten über Vampire, das Ding unter dem Bett oder lustige Erlebnisse mit Tieren geben - aber vor kurzem überwältigte mich die Idee, einen (kurzen) Liebesroman zu schreiben. Dieser würde in der Gegenwart spielen und die Liebe thematisieren - allerdings ohne zehnseitige Beschreibungen akrobatischer Sexspielchen und abseits von "Reicher Grafsohn trifft armes Bauernmädel, darf sie jedoch des Standesdünkels wegen nicht ehelichen, Schluchz"-Sülze.

 

Meine Frage deshalb: Gibt es Verlage, die einen gegenwartsbezogenen, halbwegs realistischen Liebesroman ohne Quoten-Tunten und haha-lustige Verwechslungen auch nur in Erwägung ziehen?

Mir ist klar, wie lächerlich diese Frage klingen muss, und es wäre mir lieber, ich müsste sie gar nicht stellen. Aber ich möchte einfach wissen, ob und welche Chancen ein solches Projekt überhaupt hätte, ehe ich mich in etwas verrenne, das ohnehin sinnlos ist.

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Meine Frage deshalb: Gibt es Verlage' date=' die einen gegenwartsbezogenen, halbwegs realistischen Liebesroman ohne Quoten-Tunten und haha-lustige Verwechslungen auch nur in Erwägung ziehen?[/quote']

Aber ja doch, Rainer! Freche-Frauen-Romane und Strunzschnulz (jetzt werde ich gelyncht, ich weiß, aber sowas gibt es) werden zwar weiter produziert, sind aber eigentlich auf dem absteigenden Ast. Vor allem Frauen, die nicht ewig 30 sind, haben die Nase voll davon (und irgendwann wird auch der letzte Verlag die Altersstruktur der Käuferinnen begreifen).

 

Allerdings kann ich dir keinen Verlag nennen, denn Liebesroman ist ja immer alles, wo Liebe die Hauptrolle spielt... und dabei gibt es derart viele Abstufungen, dass es wieder ins Verlagsprogramm passen muss. Kommt darauf an, wo du dich ansiedeln willst, thematisch und stilistisch.

 

Schöne Grüße,

Petra

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(jetzt werde ich gelyncht' date=' ich weiß, aber sowas gibt es)[/quote']

<Iris wappnet sich mit dem Schild, zückt das Schwert und stellt sich schützend vor Petra> http://www.kiki-net.de/smilies/charaktere/krieger_schwert.gif

 

Heute soll ja wieder so ein höchst aufschlußreicher Artikel in der Münchner Ausgabe der SZ gestanden sein, demzufolge nach Auffassung einer DroemerKnaur-Lektorin 80 % aller Romanleser sowieso Frauen seien, und auf die müsse man das Programm dann eben passend zuschneiden.

Da fragt man sich doch, ob hier nicht eine Verwechslung von Ursache und Wirkung vorliegt. http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/a070.gif

 

Fröhliche Grüße,

Iris :s17

 

PS: Rainer, warum setzt du das Wörtchen niveauvoll eigentlich in Gänsefüßchen?

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Und obendrein kann man vielen Programmen ansehen, daß sie die Leserinnen für grenzdebil halten. :s12

 

Aber das ändert sich auch wieder. Alle Wellen brechen irgendwann einmal zusammen.

 

Auf jeden Fall kann man derzeit an den Verlagsprogrammen sehr schön erkennen, daß der Sexismus des 19. und 30. Jhs. noch immer fröhliche Urstände feiert.

 

Unverdrossene Grüße,

Iris :s17

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Hallo Iris,

danke für das feine Römerschild, werde es mir bei Bedarf ausleihen!

Ich sehe das ja ähnlich wie du... warum lesen Männer nicht mehr? Es darf ja keiner für sie schreiben... Scifi, Horror, Krimi, Thriller, Humor. Das war's.

 

Und die Frauen? Tatsächlich Hauptpublikum. Genauso wie du bekomme ich grüne Pickel, wenn ich höre, welches Rollenklischee die Weiblichkeit angeblich will. Ich halte mich hier oft vornehm zurück und zitiere nicht die Briefings, die zu manchen Genres verlagsseitig in Umlauf sind.  :s22 Es ist, als hätte es noch nicht einmal die Sufragetten gegeben.

 

Trotzdem... ich möchte auch mal die Verlage in Schutz nehmen. Ich schreibe zwar keine Liebesromane (Erleichterungssmiley), aber Frauenromane. Und habe mir zur Spezialität gemacht, die Klischees aufzuweichen. Ich will Frauen ab 40, weil es für die auch kaum etwas gibt. Ich will keine supertoughen Weiber, die debile Männer in der Luft zerreißen, um dann dem noch debileren Märchenprinzen emanzipationsvergessen in die Arme zu sinken.

 

Ich will keine Quotenschwulis, keine Romantikmachos, keine unzurechnungsfähigen Männer. Ich will realistische, gebrochene, mit Fehlern behaftete Charaktere, die sich wirklich entwickeln, weil sie über ihre Ängste hinauswachsen. Fernab von Schwarz-Weiß-Rollen. Ich würde gerne aufs Liebes-Happy-End verzichten.. da mache ich halbe Konzessionen.

 

So... und genau deshalb (natürlich auch wegen Inhalt und Stil) habe ich auch meinen zweiten Vertrag bekommen. Mit dem Feedback, dass das in Zukunft kommen wird. Ich drehe die Schraube weiter. Die Frauen im zweiten Roman sind 37, 42 und 63. Eine davon wird das Klischee zerdöppern.

 

Man kann. Es gibt Verlage und Lektoren, die den Mut haben. Intelligente und entwickelte Leserinnen schreien nach Klischeebrüchen. Es wird sogar von Männern gelesen.

 

ABER... jetzt kommt das ganz ganz große ABER... viele Autorinnen wollen nicht.

Es ist nämlich sicherer, Klischee zu schreiben und Schnulz. Es ist verdammt risikoreich, etwas anderes zu verkaufen. Bücher im Stil von Vorabendserien im Frühprogramm haben weitaus höhere Auflagen, bringen von der Provision her sehr viel mehr ein. Sie sind risikoärmer. Und werden sogar vielleicht für den Vorabend verfilmt.

 

Nein, es sind nicht immer nur die bösen Verlage. Es liegt auch an den Autoren. Und der ewigen Frage: Warum schreibe ich? Was will ich?

 

Wer wagt, gewinnt. Öfter wagen!

 

Schöne Grüße,

Petra

 

PS: Sexismus des 30. Jhdts? Iris, du machst mir Zukunftsangst! :s10

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Ich hoffe' date=' ich kann diese Frage stellen, ohne ausgelacht und mit Wasser bespritzt zu werden. [/quote']

Hallo Rainer,

warum sollst du nicht eine Frage stellen können, ohne mit Wasser bespritzt zu werden? Wer nicht fragt kann doch keine Antworten bekommen, so ist zumindest meine Meinung  ;)

Meine Frage deshalb: Gibt es Verlage, die einen gegenwartsbezogenen, halbwegs realistischen Liebesroman ohne Quoten-Tunten und haha-lustige Verwechslungen auch nur in Erwägung ziehen?

Mir ist klar, wie lächerlich diese Frage klingen muss, und es wäre mir lieber, ich müsste sie gar nicht stellen. Aber ich möchte einfach wissen, ob und welche Chancen ein solches Projekt überhaupt hätte, ehe ich mich in etwas verrenne, das ohnehin sinnlos ist.

Ich denke schon, dass viele Verlage für deine Frage in Betracht kommen. Z.B.: Droemer/Knaur, Lübbe, Bertelsmann etc.  Wie die Chancen sind einen Liebesroman in einem großen Verlag unterzubringen, kann ich dir leider nicht verraten, aber generell würde ich dir nicht abraten einen Liebesroman zu schreiben.  :)

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eine frau muss immer die hauptprotagonistin sein und es muss eine weibliche autorin sein

 

Hm, da werfe ich doch mal Titus Müller / Die Brillenmacherin in die Runde.

 

Klar, eine Frau als Hauptperson - aber Titus ist meines Wissens keine "weibliche Autorin" ;D

 

Geht also doch.

 

Gruß

Jan

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Es ist nämlich sicherer, Klischee zu schreiben und Schnulz. Es ist verdammt risikoreich, etwas anderes zu verkaufen. Bücher im Stil von Vorabendserien im Frühprogramm haben weitaus höhere Auflagen, bringen von der Provision her sehr viel mehr ein. Sie sind risikoärmer. Und werden sogar vielleicht für den Vorabend verfilmt.

Liebe Petra,

 

so sicher ist es auch nicht, Liebesschmonzetten zu schreiben. Da kaufen die Verlage nämlich lieber die billigen Lizenzen ein und lassen ebenso billig übersetzen. Kostet nur die Hälfte einer deutschen Autorin und die Verlage gehen auf Nummer sicher.

 

Für deutschsprachige AutorInnen ist es sicherer, niveauvoller zu schreiben und die Grenzen des Genres ständig auszureizen.

 

Gruß Sysai

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Guten Morgen allerseits!

 

Jan (der immer noch vergeblich nach der ätzenden Ignoranz sucht :s01 )

Ist mir etwas entgangen? http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/a070.gif

 

Muntere Grüße,

Iris :s17

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so sicher ist es auch nicht' date=' Liebesschmonzetten zu schreiben. Da kaufen die Verlage nämlich lieber die billigen Lizenzen ein und lassen ebenso billig übersetzen. Kostet nur die Hälfte einer deutschen Autorin und die Verlage gehen auf Nummer sicher.[/quote']

Dann lohnt sich das Geschäft mit dem Sekundärmarkt Wühlkiste/Jokers nämlich noch so richtig. ;D

 

Für deutschsprachige AutorInnen ist es sicherer, niveauvoller zu schreiben und die Grenzen des Genres ständig auszureizen.

Sicherer und zugleich schwieriger, weil die Programmplätze dünner gestreut sind.

 

Wie jene schwedische Studie schon zeigte: Literaturtechnisch ist der deutschsprachige Raum ein Importmarkt, weitgehend abhängig von der Massenproduktion im englischsprachigen Raum.

 

Wenn man sich mal überlegt, was das bedeutet, nämlich eine weltanschaulich-kulturelle Hegemonie, dann kommt mir gelegentlich das Kotzen, daß man aus betriebswirtschaftlichen Gründen ("Kostenkontrolle") diesen volkswirtschaftlichen Unfug betreibt. http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/g055.gif

 

Ökonomische Grüße,

Iris :s17

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Ist mir etwas entgangen? http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/a070.gif

 

 

Nein, Iris, nur ein Kommentar, der bei näherer Betrachtung keinen Bezug zu Rainers Frage hatte. Deswegen habe ich ihn wieder gelöscht ;)

 

Gruß,

 

Tin

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Hallo Rainer,

 

wenn deine Geschichte gut genug ist, wird sie auch von einem Verlag genommen werden, egal ob mit oder ohne 'zehnseitiger Akrobatik'.

 

an alle:

 

Was mir hier im Forum allerdings schon länger aufgefallen ist, ist diese ständige Stichelei gegen Liebesromane. Was soll das eigentlich? Glaubt ihr wirklich, Thriller, Fantasy oder sonstige Unterhaltungsromane (ja, auch Historische Romane!) sind besser? Nein, sind sie nicht. In sämtlichen Genres gibt es gute und schlechte Romane. Genauso wie nicht sämtliche Thriller blutspritzender Müll sind (wobei ich gegen das Blutspritzen überhaupt nichts habe), sind auch nicht alle Liebesromane Schnulzen, Schmonzetten, Kitsch oder was auch immer ihr für schöne Namen dafür habt.

 

Es ist natürlich viel einfacher, den tausendmal vorgekauten Meinungen zu folgen, aber habt ihr überhaupt in letzter Zeit mal einen modernen Liebesroman gelesen? (Und ich rede jetzt nicht von Heftromanen oder sonstigen kürzeren Geschichten). Und könntet ihr ihn überhaupt ernsthaft lesen, ohne gleich mit Vorurteilen dranzugehen und nicht in jedem Satz nach irgendetwas zu suchen, dass eurer vorgefassten Meinung Recht gibt?

 

Ihr könnt gerne denken und sagen was ihr wollt, aber vielleicht solltet ihr auch mal ein wenig darüber nachdenken, dass hier nicht nur Autoren so hoher literarischer Kunst wie ihr sie schreibt sind, sondern eben auch welche, die gerne Liebesromane schreiben und lesen und keine Lust haben, sich in einem angeblich so gehobenen Autorenforum ständig beleidigen zu lassen.

 

Übrigens sind deutsche Autoren für die Verlage billiger als Lizenzen aus dem Ausland, weil 1. die fremdsprachigen Autoren meist wesentlich bekannter sind und damit auch mehr Honorar bekommen und 2. die Übersetzungskosten nicht anfallen. Andererseits sehen die Verlage, wie gut die Bücher im Ausland bereits gelaufen sind, deshalb lohnt es sich für sie, Übersetzungen zu machen.

 

 

Viele Grüße,

 

Kokopelli

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Hallo Kokopelli,

ich fürchte, du verwechselst hier etwas. Zumindest ich stichle gegen die BANALISIERUNG des Verlagsgeschäfts, nicht gegen Bücher. Iris' Beiträge verstehe ich genauso.

 

Dass Schmonzetten und Schnulzen ihre Daseinsberechtigung haben, weil es Kunden dafür gibt, ist uns sicher allen klar. Ich denke aber, in dieser Diskussion geht es darum, wie ein Newcomer sich mit Qualität gegen die Banalisierung durchsetzen kann und ob er das überhaupt kann und wo.

 

Dass es auch einen Unterschied jenseits der Wertigkeiten in vertriebstechnischer Hinsicht gibt zwischen Qualität und Schnulz, das dürfte doch wirklich auf der Hand liegen. Also mal ehrlich: ich mag mir auch nicht immer von der Liebesromanfraktion Beleidigung vorwerfen zu lassen! Liebesromane, Frauenromane: fein dass es sie gibt, fein, dass es Autorinnen dafür gibt!

 

Aber das ist hier nicht das Thema. Rainer fragt, ob es überhaupt Sinn hat, Qualität zu bieten... und wo.

 

Schöne Grüße,

Petra

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Hi,

 

 

Was mir hier im Forum allerdings schon länger aufgefallen ist, ist diese ständige Stichelei gegen Liebesromane.

 

 

Da hast du etwas bemerkt, was mir entgangen ist. Ich lese des öfteren Kritik an schlechten Liebesromanen (Schmonzetten), aber das gilt für andere Genres, speziell für historische, auch.

 

Ich persönlich mag Liebesromane, wenn sie wirklich gut sind, bin ich ganz verrückt danach.

 

'Agnes' von P.Stamm habe ich sicher zehn Mal gelesen, 'Ungefähre Landschaften', auch von ihm, noch öfter. Und 'Blitzeis', mit seinen Liebesgeschichten, liegt ständig bei mir auf dem Nachtschrank.

 

Und Bücher wie Tom Liehrs 'Radionights' oder S.Lenz' 'Fundbüro' gehören zu meinen All-Time-Favo(u)rites. Das sind zwar keine Liebesromane, aber Romane über die Liebe, und die mag ich auch.

 

Manchmal lese ich sogar Liebesgeschichten mit Happy-End, obwohl die so irreal sind :-)

 

Gruß

 

HW

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Hallo zusammen,

 

Qualität? Was ist denn Qualität? Für mich: Wenn ich mit Romanen und Geschichten viele Leser unterhalte, ganz einfach. Da ist es mir egal, wie "niveauvoll" der Roman ist. Und die Frage "welche Chancen hat mein Roman" kann sich meiner Meinung nach jeder ganz einfach selbst beantworten. Ist ein Roman gut, hat er immer Chancen, egal welches genre etc. Verlage wollen, brauchen gute Romane. Das Problem ist nur, dass viele nicht verstehen, was mit "gut" gemeint ist. Da geht es nicht um einen super Anspruch, tolle, ellenlange Sätze, den großen Sinn des Romans oder den "tollen" Stil. Nein, gut für Verlage in der Unterhaltungsliteratur ist etwas anderes: Massentauglichkeit. Wenn der Roman einfach geschrieben ist, so spannend, wie es das Genre verlangt und wenn der Roman in der Lage ist, viele, viele Menschen ein paar Stunden zu unterhalten, dann ist es ein guter Roman. Aber wer so "einfach" nicht schreiben will, der schreibt halt einfach so, wie er es will. Wird doch niemand gezwungen. Aber es kann nun mal auch niemand die Verlage zwingen, eine "Qualität" einzukaufen, die hinterher keiner lesen will.

Viele Grüße

Dani

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Übrigens sind deutsche Autoren für die Verlage billiger als Lizenzen aus dem Ausland, weil 1. die fremdsprachigen Autoren meist wesentlich bekannter sind und damit auch mehr Honorar bekommen und 2. die Übersetzungskosten nicht anfallen. Andererseits sehen die Verlage, wie gut die Bücher im Ausland bereits gelaufen sind, deshalb lohnt es sich für sie, Übersetzungen zu machen.

Meine liebe Koko,

Da kann ich dir nicht recht geben.

 

Gheron und ich haben bei der BLC in diesem und im vorigen Jahr mit dem Lübbe-Vertreter gesprochen, und zwar genau über das Thema. Er hat uns vorgerechnet, was ihn eine dieser Nackenbeißer-Übersetzungen kostet: es ist tatsächlich etwa die Hälfte von dem, was wir für unseren schlechtesten Vertrag bekommen haben.

 

Wir haben uns auch ein paar dieser Nackenbeißer mitgenommen.  Brrr...

 

Gerade du bist doch diejenige, die das Genre Liebesroman so ausreizt, dass man eher von Frauen(-Abenteur-)Romanen sprechen kann. Du schreibst Geschichten mit Hand und Fuß abseits jener Schablonen, die bei Nackenbeißern + Historicals auch gegen jede Logik bedient werden.

 

Das Ärgernis für dich und auch für Gheron und mich ist, dass unsere Romane von vielen Leuten automatisch mit Nackenbeißern und Historicals gleich gesetzt werden, obwohl diejenigen, die diese Behauptungen wie pawlowsche Hunde wiederholen, unsere Bücher nicht kennen und auch nicht kennenlernen wollen.

 

Liebe Grüße

 

von Sysai, die deine Romane mag.

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Hallo sysai,

Das Ärgernis für dich und auch für Gheron und mich ist, dass unsere Romane von vielen Leuten automatisch mit Nackenbeißern und Historicals gleich gesetzt werden, obwohl diejenigen, die diese Behauptungen wie pawlowsche Hunde wiederholen, unsere Bücher nicht kennen und auch nicht kennenlernen wollen.

...denen dann etwas entgeht. Aber sag mal, sysai, wenn du jetzt nicht den Erfolg hättest, dass es dir egal sein kann, regt dich diese Angleichung des Marktes nicht auf? Das, was ich Banalisierung nenne? Was ja zu eben diesen Verwechslungen und Vorurteilen führt?

Ich gebe zu, auch ich als Leserin habe Probleme bei bestimmten Covers und Titelschemata... die ich gar nicht mag... dann muss ich schon alle Klappentexte querlesen, um dahinterzu kommen, wer denn nun das gute Buch geschrieben hat. Ich ertappe mich dabei, immer häufiger aufzugeben. Da geht dann der gute Autor im Einheitsbrei unter - und entgeht mir. Huch... ich fürchte, ich komme vom Threadthema ab :s10

Schöne Grüße,

Petra

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Hallo Petra,

 

ich fürchte, du verwechselst hier etwas. Zumindest ich stichle gegen die BANALISIERUNG des Verlagsgeschäfts, nicht gegen Bücher. Iris' Beiträge verstehe ich genauso.

 

Das habe ich durchaus verstanden und ich gebe zu, dass in euren oberen Beiträgen tatsächlich nicht extrem negatives zu Liebesromanen stand, ich habe die Situation hier im Forum nur schon länger beobachtet, und irgendwann muss ich einfach mal etwas dazu sagen. Wir alle schreiben Unterhaltung, ob nun Horror, Science Fiction oder Frauenromane und genau das sollen unsere Romane: unterhalten. Und jeder Autor, der es schafft, seine Leser zu unterhalten, ist für mich ein guter Autor. Auch ich mag einige Genres nicht so gerne, aber dann äußere ich mich auch nicht dazu, denn ich weiß, dass diese anderen Autoren genauso viel Zeit, Energie und Herzblut in ihre Geschichten gesteckt haben wie ich.

 

Ich möchte hier auch niemanden angreifen oder lange Diskussionen führen, denn dazu habe ich weder Zeit noch Lust.

 

Dass Schmonzetten und Schnulzen ihre Daseinsberechtigung haben, weil es Kunden dafür gibt, ist uns sicher allen klar. Ich denke aber, in dieser Diskussion geht es darum, wie ein Newcomer sich mit Qualität gegen die Banalisierung durchsetzen kann und ob er das überhaupt kann und wo.

 

Und genau das ist es, was mich stört. Warum kannst du es nicht Liebesroman nennen (oder irgendeinen anderen, nicht negativ behafteten Begriff wählen)?

 

Also mal ehrlich: ich mag mir auch nicht immer von der Liebesromanfraktion Beleidigung vorwerfen zu lassen!

 

Ich denke nicht, dass ich dich persönlich angesprochen habe ... Außerdem, wer wirft dir denn IMMER etwas vor? Ich wüsste nicht, dass ich oder jemand anders sich hier in den letzten Monaten dahingehend geäußert hat. Und es ist nun mal eine Tatsache, dass man auch Kritik vertragen muss, wenn man indirekt ständig welche austeilt.

 

Liebesromane, Frauenromane: fein dass es sie gibt, fein, dass es Autorinnen dafür gibt!

 

Da sind wir uns einig.

 

Aber das ist hier nicht das Thema. Rainer fragt, ob es überhaupt Sinn hat, Qualität zu bieten... und wo.

 

Ja, und ich verstehe überhaupt nicht die Frage. Wenn man ein gutes Buch geschrieben hat, das qualitativ hochwertig und unterhaltsam ist, sollte sich auch ein Verlag dafür finden. Welcher das sein könnte? Bei Knaur z.B. finden sich öfter mal Romane, die von Liebe handeln, vielleicht auch Ullstein oder Bastei ...

 

 

Viele Grüße,

 

Kokopelli

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Hallo Heinz-Werner,

 

Da hast du etwas bemerkt, was mir entgangen ist.

 

Vielleicht, weil es mich als Autorin von Liebesromanen direkter betrifft?

 

Ich lese des öfteren Kritik an schlechten Liebesromanen (Schmonzetten), aber das gilt für andere Genres, speziell für historische, auch.

 

Ja, und dann werden alle Liebesromane als Schmonzetten, Schnulz oder was auch immer bezeichnet und es ist überhaupt nicht mehr zu erkennen, dass nicht automatisch jeder Liebesroman schlecht sein muss ...

 

Ich persönlich mag Liebesromane, wenn sie wirklich gut sind, bin ich ganz verrückt danach.

 

Das freut mich. :)

 

Manchmal lese ich sogar Liebesgeschichten mit Happy-End, obwohl die so irreal sind :-)

 

Und warum genau sollte ein Happy End irreal sein?  ;)

 

 

Viele Grüße,

 

Kokopelli

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Liebe Sysai,

 

dann hat Lübbe anscheinend nicht die bekannteren Autoren als Übersetzung. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass z.B. Nora Roberts, Linda Howard und andere weniger bekommen als unsereins.

 

(Oder euer schlechtester Vertrag ist meilenweit von meinem besten entfernt.  ;) )

 

Wir haben uns auch ein paar dieser Nackenbeißer mitgenommen.  Brrr...

 

Gut, es gibt in jedem Genre auch Ausfälle ... ;)

 

Gerade du bist doch diejenige, die das Genre Liebesroman so ausreizt, dass man eher von Frauen(-Abenteur-)Romanen sprechen kann. Du schreibst Geschichten mit Hand und Fuß abseits jener Schablonen, die bei Nackenbeißern + Historicals auch gegen jede Logik bedient werden.

 

Danke. :) Vielleicht nervt es mich auch gerade deshalb so, dass alles in einen Topf geworfen wird. Es gibt so viele Facetten des Liebesromans, dass die altertümlichen, herabwertenden Bezeichnungen meiner Meinung nach wirklich unfair gegen jeden Autor sind, der Liebesgeschichten schreibt.

 

Das Ärgernis für dich und auch für Gheron und mich ist, dass unsere Romane von vielen Leuten automatisch mit Nackenbeißern und Historicals gleich gesetzt werden, obwohl diejenigen, die diese Behauptungen wie pawlowsche Hunde wiederholen, unsere Bücher nicht kennen und auch nicht kennenlernen wollen.

 

Ja, dieses 'in einen Topf werfen' ist es, das mich tierisch nervt.

 

 

Viele Grüße,

 

Kokopelli

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Hallo Kokopelli,

Und genau das ist es' date=' was mich stört. Warum kannst du es nicht Liebesroman nennen (oder irgendeinen anderen, nicht negativ behafteten Begriff wählen)?[/quote']

 

Ganz einfach, Kokopelli, weil ich wie du etwas dagegen habe, dass alles in einen Topf geworfen wird. Ich hätte statt Schmonzette Nackenbeißer sagen können - ist das positiver? Liebesroman will ich es nicht nennen, weil das wieder andere Dinge beinhaltet. Dann wäre nämlich Madame Bovary im gleichen Eintopf...

 

Ich denke nicht, dass ich dich persönlich angesprochen habe ... Außerdem, wer wirft dir denn IMMER etwas vor?

Ich hatte hier mit einigen Damen schon in der Richtung zu tun... die Diskussion lohnt wirklich nicht, dreht sich im Kreise.

 

Und es ist nun mal eine Tatsache, dass man auch Kritik vertragen muss, wenn man indirekt ständig welche austeilt.

Da sind wir uns einig.

Ganz und gar!

 

Schöne Grüße,

Petra

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Liebe Kokopelli,

 

danke für dein vorbildliches Kommunikationsverhalten! Ich weiß von zwei hier registrierten Mitgliedern, die zwar Liebesromane schreiben, aber in diesem Forum nichts mehr, weil sie sich ständig in der Rechtfertigungsrolle sehen und darauf weder Zeit noch Kraft verschwenden wollen.

Ich glaube, du hast all denen aus dem Herzen gesprochen, die lieber schweigen oder sich zurückziehen.

 

Ein globaler Blick auf das Verlagsgeschäft ist hilfreicher und informativer als Gebetsmühlen der tiefen Frustration über Grenzdebiles.

 

Gruß,

 

Tin

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Liebe Tin,

 

danke für dein vorbildliches Kommunikationsverhalten! Ich weiß von zwei hier registrierten Mitgliedern, die zwar Liebesromane schreiben, aber in diesem Forum nichts mehr, weil sie sich ständig in der Rechtfertigungsrolle sehen und darauf weder Zeit noch Kraft verschwenden wollen.

 

Ich muss zugeben, dass ich auch eher selten etwas hier im Forum beitrage, zum Einen weil ich einfach sehr wenig Zeit habe weil ich versuche, einen anspruchsvollen Ganztagsjob und Schreiben unter einen Hut zu bringen und zum anderen weil ich tatsächlich das Gefühl habe, dass gerne auf Autoren, die Liebesromane schreiben, heruntergesehen wird. Warum das so ist, habe ich bis heute noch nicht verstanden, aber mir ist meine Zeit tatsächlich zu schade, mich fast schämen zu müssen weil ich 'so etwas banales, schnulziges' schreibe. Was ich natürlich nicht tue, denn jeder, der meine Bücher kennt, weiß, dass sie weder banal noch schnulzig sind, sondern einfach nur gute Unterhaltung. :)

 

Ich glaube, du hast all denen aus dem Herzen gesprochen, die lieber schweigen oder sich zurückziehen.

 

Das hoffe ich doch sehr und ich würde mich auch freuen wenn diejenigen sich mal wieder melden würden, denn ich bin sicher, sie hätten viel zu einigen Diskussionen beizutragen.

 

Ein globaler Blick auf das Verlagsgeschäft ist hilfreicher und informativer als Gebetsmühlen der tiefen Frustration über Grenzdebiles.

 

Da hast du vollkommen Recht. :-)

 

 

Viele Grüße,

 

Kokopelli

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Und warum genau sollte ein Happy End irreal sein? ;)

 

 

Die Diskussion darüber wird nicht fruchtbar sein, aber ich halte Liebesgeschichten, die gut ausgehen für 'erstunken und erlogen'. Aber das ist die Scheibenwelt auch, und trotzdem mag ich die Bücher darüber lesen.

 

Es ist eben immer eine Frage der Qualität. Und sogar bei Shakespeare, der ja wahrlich kein schlechter Schreiberling war, finde ich keine überzeugende Liebesgeschichte mit Happy-End.

 

Gruß

 

HW

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