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Autoren-Akademie von Bastei-Lübbe (Gelesen: 19816 mal)
Holger
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Beiträge: 549
Re: Autoren-Akademie von Bastei-Lübbe
Antworten #30 - 24.12.12 um 04:14
 
Hallo,
 
noch ganz kurz zum eigentlichen Thema: Schreibkurse von Dozenten, die selbst veröffentlichen, bieten vermutlich mehr als pures Handwerk (dazu zähle ich übrigens und vor allem das Plotten).
 
Als Anhänger von learning-by-doing, also dem Anwenden des vermittelten Handwerks am eigenen Stoff, eine Methode, die ebenso einprägsam wie nachvollziehbar wirkt, halte ich die Seminare (2 Tage für z. B. 12 Teilnehmer) für zu kurz. Das ist aber auch schon der einzige Kritikpunkt.
 
Frohes Fest,
 
Holger
  
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Anni Bürkl
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Beiträge: 2015
Re: Autoren-Akademie von Bastei-Lübbe
Antworten #31 - 24.12.12 um 11:35
 
ach eins meiner Lieblingsthemen (schließlich unterrichte ich seit vielen Jahren). Kunst versus Handwerk. Ich bin davon überzeugt, dass es beides braucht. Gute Ideen & gutes Handwerk. Der Unterschied aber ist: MIT Handwerkszeug ärgert man sich weniger über das Scheitern beim Umsetzen der eigenen Ideen.  
 
In diesem Sinne, auf das handwerklich wissende Genie!
Anni
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Peter D. Lancester
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Beiträge: 7326
Re: Autoren-Akademie von Bastei-Lübbe
Antworten #32 - 25.12.12 um 09:47
 
Zitat von MelanieM am 23.12.12 um 15:14:

In keiner Sportart oder Kunstrichtung kann jemand zu Höchstleistungen aufsteigen, der kein Talent mitbringt. Talent ist unabdingbar. Aber ebenso unabdingbar ist die Förderung desselben.

Sehe ich auch so.
 
Zitat von Dorit am 23.12.12 um 16:45:

Schöner Vergleich mit dem Fußball, Melanie. Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen. Ich habe mir nämlich sagen lassen, dass es viele Fußballer und auch andere Sportler gibt, die täglich oder wenigstens mehrmals wöchentlich trainieren, obwohl sie längst in der Königsklasse angekommen sind.

Der Vergleich ist gut, zweifelsohne.
Aber wo sind dann die Seminare für Fussballer?
Nirgends, richtig.
Förderung und Training von Talent sehen nämlich anders aus.
 
Zitat von hpr am 23.12.12 um 17:39:

Vor allem ist es schwierig, das Talent zu erkennen.

Finde ich gar nicht.
Zu Fußball kann ich natürlich nichts sagen, da ich davon nicht viel verstehe. Aber was das Geschichtenerzählen angeht, kann ich einem Manuskript durchaus entnehmen, ob Talent dahintersteckt. Es kann handwerklich noch so grottig sein: Wenn der Autor Talent hat, merkt man das. Ganz spontan aus der Hüfte geschossen würde ich die folgenden Merkmale anführen:
- Ideenreichtum
- Thematische Stringenz, innere Logik
- Mut zum Thema und seiner Ausführung
- Humor
 
Zitat:

Beim Schreiben fehlen sowohl die einfachen Merker (Zahl der Tore) wie auch die Erfahrung. Jeder spricht dem Talent zu, der Texte schreibt, die der Entsprechende gerne liest und spricht dem Talent ab, der anders schreibt, als man es gerne hätte. Literaten sprechen Heftchenschreibern gerne jedes Talent ab. Aber mit solchen Geschmacksurteilen kann man kein Talent beurteilen.

Was sind "Literaten"?
Da ich nicht so ticke, bin ich wahrscheinlich keiner.
 
Zitat:

Hat die Autorin von den 50 Shades of Grey nun Talent? Die meisten werden ihr das abstreiten. Was konsequenterweise bedeuten würde, dass man beim Schreiben ganz ohne Talent Erfolg haben kann Zwinkernd.

Sie hat definitiv Talent! Ich finde das Buch, das sie geschrieben hat, handwerklich ziemlich mies bis nervig, aber ich erkenne, dass sich dahinter Talent zum Geschichtenerzählen versteckt.
 
Zitat:

Immer mal wieder werde ich gefragt, ganz bange: Habe ich Talent? Ich weigere mich, solche Antworten zu beantworten.

Schick sie zu mir.  Grinsend
 
Zitat:

Ich glaube, ich kann Tipps geben, wie man Texte verbessern könnte, aber die Talententscheidung? Da habe ich zuviele Überraschungen erlebt.

Spontaner Gedanke von mir: Talent hat man, wenn nach Befolgen dieser Tipps ein Text herauskommt, der tatsächlich besser ist.
Passt nicht ganz, aber die grobe Richtung ist das.
 
Zitat:

Und selbst, wenn jemand kein Talent hätte, was sollte daraus folgen? Dass er nicht mehr schreiben darf, weil talentlos?

Geile Idee.  s22
Nee, doch nicht, dann könnte ich nicht mehr arbeiten, weil ich aus dem Lesen nicht mehr rauskäme.  Zwinkernd
 
Zitat:

wir Autoren sollten uns über jeden freuen, der schreiben will.

Hilf mir auf die Sprünge. Warum doch gleich ...?
 
Zitat:

Übrigens: Im Wald wäre es sehr still, wenn nur die talentierten Vögel singen würden.

Jetzt wird es mir zu esoterisch.
(Ich stelle mir gerade eine Versammlung von 1000 Rotkehlchen im Wald vor, wo eins von allen umstanden wird und ein anderes mit Bohlens Stimme sagt: "Du solltest es besser lassen")
 
Zitat:

Und was würden Autoren tun, wenn nur die talentierten Leser lesen würden? Zwinkernd

Was ist ein talentierter Leser?  hä?
 
Peter

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Dorit




Re: Autoren-Akademie von Bastei-Lübbe
Antworten #33 - 25.12.12 um 10:28
 
Einspruch, euer Peter!  Grinsend
 
Seminare gibt es auch für Fussballer. Und andere Sportler. Innerhalb der Trainingslager, also der Intensivtrainings, wird viel mehr als blanke Technik vermittelt. Dort geht es ebenfalls darum, dass der Sportler sich Gedanken über seinen individuellen Weg macht, über seine Ziele, seine Etappen, seine Werte. Außerdem erkundet er den Zusammenhang zwischen seinen eigenen Voraussetzungen und seinen eigenen Ergebnissen. Er lernt, seine Stärken zu nutzen, usw.  
Ich sehe da viele Parallelen.  
 
viele Grüße, Dorit
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MelanieM
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Beiträge: 10399
Re: Autoren-Akademie von Bastei-Lübbe
Antworten #34 - 25.12.12 um 11:08
 
Ich denke, wir sind uns doch alle einig, dass ein Seminar/Training/Schulung oder was auch immer hilfreich sein kann, ein Talent zu fördern, wenn die Schulung sich genau auf die Defizite ausrichtet. Insofern ist hier, bei dieser Akademie, ja schon mal der erste Schritt dadurch getan, dass nicht alle Teilnehmer zusammengesteckt werden, sondern dass nach Status - wo steht jemand mit seiner Erfahrung - vorsortiert wird.  
 
Zu allgemeinen Talentfrage finde ich Peters Definition - wenn man merkt, wie schnell jemand durch die Tipps den Text verbessert - schon sehr brauchbar. Persönlich denke ich, dass jemand mit dem entsprechenden Talent irgendwann (wenn er z.B. viele Bücher liest und bewusst oder unbewusst aufnimmt, wie andere Autoren arbeiten) von selbst zu dem Punkt kommt, den ihn ein Kurs lehren kann. Die Frage ist nur, wann dieses "irgendwann" ist. Bei manchen geht es sicher sehr schnell, bei anderen könnte es sein, dass ihr Talent verkümmert, weil sie sich um sich selbst drehen. Und da kann ein Seminar/Kurs etc. sehr nützlich sein. Oder wenn jemand bemerkt, dass er bestimmte Defizite im Handwerk hat, die er gern beseitigen möchte.
 
Die größte Problematik bei von Verlagen angebotenen Akademien sehe ich darin, dass sie u.U. viele Autoren anziehen, denen es weniger um die Arbeit am Text geht, sondern um die Unterbringung ihres (häufig schon fertigen) Manuskripts. Das ist durchaus legitim, aber mit genau diesem Wunsch spielen die Verlage ja auch - denn wenn es zwei verschiedene Kurse gibt - der eine wird von einem Verlag angeboten, der andere von Profis ohne Verlag - bei wem gehen wohl mehr Anmeldungen ein?  
 
Gruß, Melanie
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Peter D. Lancester
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Beiträge: 7326
Re: Autoren-Akademie von Bastei-Lübbe
Antworten #35 - 25.12.12 um 12:38
 
Zitat von MelanieM am 25.12.12 um 11:08:

Die größte Problematik bei von Verlagen angebotenen Akademien sehe ich darin, dass sie u.U. viele Autoren anziehen, denen es weniger um die Arbeit am Text geht, sondern um die Unterbringung ihres (häufig schon fertigen) Manuskripts. Das ist durchaus legitim, aber mit genau diesem Wunsch spielen die Verlage ja auch

Das würde ich mal vorsichtig als die Quintessenz der Thematik betrachten.

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Patrick
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Beiträge: 753
Re: Autoren-Akademie von Bastei-Lübbe
Antworten #36 - 25.12.12 um 14:11
 
Zitat von MelanieM am 25.12.12 um 11:08:
Die größte Problematik bei von Verlagen angebotenen Akademien sehe ich darin, dass sie u.U. viele Autoren anziehen, denen es weniger um die Arbeit am Text geht, sondern um die Unterbringung ihres (häufig schon fertigen) Manuskripts. Das ist durchaus legitim, aber mit genau diesem Wunsch spielen die Verlage ja auch - denn wenn es zwei verschiedene Kurse gibt - der eine wird von einem Verlag angeboten, der andere von Profis ohne Verlag - bei wem gehen wohl mehr Anmeldungen ein?

 
Die 400-700 Euro für ein Wochenendseminar zahlt doch kein Nachwuchsautor, weil er wirklich glaubt, in der kurzen Zeit das Schreiben beigebracht zu bekommen. Nein er wird den überdurchschnittlich hohen Preis in der Hoffnung zahlen, "entdeckt zu werden". Die Seminargebühr als Leseprämie für überlastete Lektoren, die in den 5000 unverlangt eingesandten Manuskripten keine förderungswürdigen Nachwuchsautoren finden konnten, vielleicht auch, weil sie nicht danach gesucht haben. So trägt Bastei Lübbe seine Haut zu Markte und veranstaltet mit seiner "Academy" ein Autoren-Casting mit erstaunlich hohen Eintrittsgeldern. Da fehlt dann nur noch der bereits erwähnte Bohlen...
 
Beste Grüße
Patrick

"Das Alltagsärger-Strafgesetzbuch", Eichborn 2013
"Das Lexikon der Justizirrtümer", Eichborn 2013
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AndreasE
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Beiträge: 1382
Re: Autoren-Akademie von Bastei-Lübbe
Antworten #37 - 25.12.12 um 18:57
 
Jetzt wartet es doch erst mal ab. Das ist die erste und bislang einzige von einem Verlag betriebene Schreibschule, und es geht erst nächstes Jahr los. Nur ein Hellseher kann jetzt schon wissen, wie es laufen wird. Und der sollte dann Unternehmensberater werden, anstatt sein Leben mit dem Schreiben von Romanen vergeuden …  Kuss
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Doris
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Beiträge: 135
Re: Autoren-Akademie von Bastei-Lübbe
Antworten #38 - 26.12.12 um 10:17
 
Hi,
 ich glaube, dass der Verlag einen Versuch macht das Schreiben als Handwerk zu etablieren, so wie in Übersee.  
Vielleicht ist die Motivation, keine teueren Lizenzen mehr einkaufen zu müssen? In anderen Ländern wird kreatives Schreiben an Schulen unterrichtet, wir Deutschen saugen uns alles selbst aus dem Mark- und wundern uns dann, warum wir solche Einzelkämpfer sein müssen.
Ich werde zwar nicht teilnehmen, finde den Ansatz aber gut. Und übrigens: Schüler im Bereich Krankengymnastik zahlen hier im Norden über 400.- im Monat (!, drei Jahre lang) für ihre Ausbildung- und leben müssen die auch noch. Wenn wir das Schreiben ernstnehmen, sollten wir auch bereit sein für echte Ausbildung zu zahlen.
Schon mal einen Balletttänzer ohne kostenpflichtige Profiausbildung gesehen? Einen Klavierspieler? Selbst Maler machen Kurse. Nur wir Schreiber denken immer: kann ich selber. Uns wundern uns dann, warum jeder denkt er könne Bücher schreiben.
Im Übrigen denke ich auch: Ob die meiner verklärten Vorstellung von dem, was die im Verlag vorhaben genügen, sehen wir, wenn es soweit ist.  
Lasst denen doch ein bisschen Zeit zu zeigen, was Sie meinen.
Und klar, ich habe auch Angst vor Konkurrenz, aber letztlich läuft es doch immer darauf hinaus: wer am besten schreibt, hat am Ende die meisten Leser. Und wie jeder dahin kommt...
Weihnachtliche Grüße
Doris
 

"Die Gewandschneiderin" ab September 2011 bei Piper, ISBN 978-3-492-26447-1
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hpr
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Beiträge: 7090
Re: Autoren-Akademie von Bastei-Lübbe
Antworten #39 - 26.12.12 um 10:42
 
Zitat von Peter D. Lancester am 25.12.12 um 09:47:
Zitat von hpr am 23.12.12 um 17:39:

Vor allem ist es schwierig, das Talent zu erkennen.

Finde ich gar nicht.
Zu Fußball kann ich natürlich nichts sagen, da ich davon nicht viel verstehe. Aber was das Geschichtenerzählen angeht, kann ich einem Manuskript durchaus entnehmen, ob Talent dahintersteckt. Es kann handwerklich noch so grottig sein: Wenn der Autor Talent hat, merkt man das. Ganz spontan aus der Hüfte geschossen würde ich die folgenden Merkmale anführen:
- Ideenreichtum
- Thematische Stringenz, innere Logik
- Mut zum Thema und seiner Ausführung
- Humor

Mal abgesehen davon, dass es durchaus erfolgreiche Autoren gibt ohne Humor, ist das eine Behauptung. Der gleiche Autor - auf dem gleichen Niveau des handwerklichen Könnens - kann durchaus grottige Texte ohne Ideenreichtum schreiben und solche die funkeln. Aus einem einzelnen Text das Talent zu folgern, ist Quacksalberei ähnlich der, die aus der Aura Krankheiten diagnostiziert.
 
Am ehesten könnte man es noch aus dem Fortschritt bei der Weiterentwicklung schlussfolgern. Wie schnell jemand dazulernt, dürfte sicher mit dem Talent zusammenhängen.
 
Zitat:
Spontaner Gedanke von mir: Talent hat man, wenn nach Befolgen dieser Tipps ein Text herauskommt, der tatsächlich besser ist.

Mal eine ganz unanständige Frage: Wie kommst du eigentlich auf die Idee, dass man entweder Talent hat oder keins? Immerhin ist in den meisten Fällen Talent nicht wie Computersoftware verteilt, sprich: 0 oder 1. Sondern verteilt sich als Gaußkurve. Der eine hat mehr, der andere weniger. Und die meisten liegen in der Mitte.
 
Warum sollte das beim Schreiben anders sein?
 
Zitat:
Zitat:

wir Autoren sollten uns über jeden freuen, der schreiben will.

Hilf mir auf die Sprünge. Warum doch gleich ...?

Denk mal scharf nach. Warum hat jede Schule Deutsch, Musik, Sport und Mathe im Angebot?  
 
Zitat:
Zitat:

Und was würden Autoren tun, wenn nur die talentierten Leser lesen würden? Zwinkernd

Was ist ein talentierter Leser?  hä?

Wenn du das nicht weißt, solltest du nicht schreiben Zwinkernd.
 
herzliche Weihnachtsgrüße und jetzt Schluss mit dem Talent
 
Hans Peter
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AnnetteD
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Beiträge: 543
Re: Autoren-Akademie von Bastei-Lübbe
Antworten #40 - 26.12.12 um 10:49
 
Hallo, Ihr Lieben!
 
Ich verstehe die ganze Aufregung um Lübbes neuestes Unterfangen nicht. Im Prinzip ist die Lübbe-Akademie doch erst einmal nichts weiter als ein Angebot. Kann man machen, kann man lassen. Klar, die Preise sind üppig. Darüber ließe sich vielleicht meckern. Andererseits fände ich persönlich ein Seminar mit Andreas Eschbach recht verlockend. Würde ich eventuell sogar drauf sparen wollen. Und wo wäre da das Problem?
 
In anderen Ländern gibt es verlagsgebundene Schreib-Akademien übrigens schon länger. Zum Beispiel die von Allen&Unwin in England und auch hier in Australien (wo einem die Kurse auch nicht eben hinterher geworfen werden):
 
http://www.allenandunwin.com/faberacademy/
 
Lieben Gruß,
Annette

2012 DER GEHEIMNISVOLLE GARTEN, Roman Knaur TB
2013 DIE VERBOTENE GESCHICHTE, Roman Knaur TB
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eva v.
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Re: Autoren-Akademie von Bastei-Lübbe
Antworten #41 - 26.12.12 um 11:18
 
Da ich mit den zuständigen Initiatoren über das Projekt gesprochen und dabei auch nach den Motiven gefragt habe, weiß ich zufällig, welche Absicht dahintersteht. Zuallererst: Es geht nicht darum, Geld mit den Kursen zu verdienen, da gibt es wesentlich weniger personalaufwendige Investitionsmöglichkeiten (während der bisherigen Kurse waren immer mindestens zwei Lektoren als Betreuer dabei, auch am Wochenende; von der Organisation, der Vorbereitung und der Durchführung der Seminare ganz zu schweigen). Nach meiner Einschätzung sind diese Veranstaltungen gerade mal kostendeckend, wenn überhaupt.
 
Selbstverständlich steht trotzdem ein Gewinninteresse dahinter, aber ein mittelbares: Die Vorstellung geht tatsächlich dahin, Nachwuchstalente zu fördern und an den Verlag zu binden.  
Man will sich mit diesem Konzept jedoch auch qualitativ von anderen Verlagen abheben, die zur Nachwuchsförderung und -entdeckung z. B. Websiten vorhalten, wo bisher unveröffentlichte Autoren ihre Projekte einstellen und besprechen lassen können.
 
Was die Chancen bzw. Erwartungen auf eine Veröffentlichung angeht, sollten die Bälle natürlich besser flach gehalten werden, aber Fakt ist - man lernt als Neuling viel übers Büchermachen und gewinnt jede Menge Einblicke, wie ein Verlag funktioniert, was der Markt will und was man selbst tun kann (und was man nicht tun sollte), um reinzukommen. Und im Zweifel erfahren die Teilnehmer auch in intensiven Einzelgesprächen mit Profis, warum es eben nicht reicht.  
 
Der Verlag sucht immer neue und interessante Talente, und logischerweise gibt es da eine Konkurrenz mit den anderen Verlagen, die ja dasselbe wollen. Hier im Forum wurde oft genug über Auktionen gesprochen, nicht wenige Montis durften schon eine erleben. Das passiert häufiger, als man denkt, und warum soll ein Verlag sich durch das Coaching neuer, hoffnungsvoller Autoren nicht einen bedeutsamen Vorteil verschaffen? Sicher sind meine Erfahrungen mit den bisherigen Veranstaltungen nicht repräsentativ, aber immerhin wurden bei dem Workshop, den ich letzten Sommer mit betreut habe, unter zehn Teilnehmern zwei Verlagsverträge angeboten, und mit einer dritten Teilnehmerin, deren Stoff noch in der Entwicklung ist, wird weiter im Lektorat daran gearbeitet. Vermutlich war dieses Ergebnis vornehmlich der intensiven Vorauswahl unter hunderten von Bewerbern geschuldet (die diesjährigen Kurse waren noch kostenlos - eine Art Testlauf, mit entsprechend vielen Interessenten), und wahrscheinlich lässt sich dieser Schnitt nicht mal auf die übrigen, schon abgehaltenen Kurse übertragen, weshalb man erst die nächsten Workshop-Reihen abwarten muss, um die "Schleusenfunktion" dieses ganzen Unternehmens besser beurteilen zu können. Aber es zeigt doch schon mal deutlich, worum es dem Verlag bei diesem Projekt wirktlich geht.
 
LG,
eva v.
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Peter D. Lancester
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Re: Autoren-Akademie von Bastei-Lübbe
Antworten #42 - 26.12.12 um 12:43
 
Tatsächlich also, sie suchen Autoren und in 20% der Fälle gibt es sogar Verlagsverträge.
Wow.
Gut, ich verstehe aber immer noch genau einen Punkt nicht.
Warum können sie nicht aus ihren 5000 Manuskripten pro Jahr ihren Nachwuchs rekrutieren? Warum können sie nicht schon seit Jahrzehnten die vielversprechenden Autoren zu sich einladen und schauen, ob man sie fördern kann? Was ist mit diesem Seminarmodell nun eigentlich das Besondere? Ich sehe nicht, dass die Verleger durch das Seminar andere Autoren bzw. Manuskripte anlocken würden als bisher.
Aber vielleicht erhellt diesen Punkt ja auch noch jemand.
Peter

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Beiträge: 2758
Re: Autoren-Akademie von Bastei-Lübbe
Antworten #43 - 26.12.12 um 13:02
 
Hallo, Peter,
 
ich glaube, am sinnvollsten ist es, diese Fragen an die Initiatoren der Akademie zu stellen. Meiner Meinung nach ist sie allerdings durchaus verständlich, die Ergreifung der Möglichkeit, in einem Kurs zu sehen, wie viel Entwicklungspotenzial in einem Autor steckt, ob er in der Lage ist dazuzulernen, ob er seine Texte überarbeiten kann und nicht bei jeder Rechtschreibkorrektur aufschreit: "Oh nein, das ist jetzt doch nicht mehr mein Roman!" Aus einem blanken Manuskript auf dem Stapel kannst du das alles nicht sehen.
Eins unterscheidet diese Leute von den übrigen Bewerbern ganz gewaltig: Sie sind gewillt zu lernen.
Ich schätze, das ist erhellend genug.
 
Viele Grüße,
Olga

Im Netz des Verbrechens
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AndreasE
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Beiträge: 1382
Re: Autoren-Akademie von Bastei-Lübbe
Antworten #44 - 26.12.12 um 15:47
 
Zitat von Peter D. Lancester am 26.12.12 um 12:43:

Gut, ich verstehe aber immer noch genau einen Punkt nicht.
Warum können sie nicht aus ihren 5000 Manuskripten pro Jahr ihren Nachwuchs rekrutieren?

 
Das ist die "klassische Methode", und sie funktioniert schlicht und einfach nicht befriedigend, was das Verhältnis Aufwand/Ergebnis anbelangt. (Das oft zitierte Verhältnis 1:1000 ist ja viel zu optimistisch.) Und deshalb versucht man eben nun was anderes.
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