Ehrlich gesagt, finde ich das alles ein bisschen seltsam. Wer mit einem ganz normalen Verlag einen mehr oder weniger normalen Vertrag schließt, muss sich darüber im Klaren sein, dass der Verlag gegen Urheberrechtsverletzungen vorgeht. Das muss der Autorin bei Vertragsabschluss bewusst gewesen sein.
Ich gehe davon aus, dass sie die Widersprüche, die sich hier auftun, von vornherein erkannt und sehenden Auges in Kauf genommen hat. Ihr zu unterstellen, dass sie dies nicht gesehen hat, würde ihr nämlich zugleich eine enorme Dummheit unterstellen, und das will ich als höflicher Mensch nicht tun.
Ebenso bewusst hat die Autorin offenbar auf alternative Möglichkeiten verzichtet, wie z.B. das Buch ausschließlich zum kostenlosen Download und nicht gedruckt anzubieten. Einen solchen Weg zu gehen und eben nicht den Buchverlag in Anspruch zu nehmen, hätte m.E. erheblich besser zu den Positionen der Piraten gepasst. Eigens für solche Arten von Veröffentlichungen gibt es z.B. die
"Creative Commons"-Lizenz und ähnliche Modelle.
Der Rummel, der jetzt entsteht, verschafft dem Buch allerdings eine Menge Aufmerksamkeit, die es sonst wohl nicht bekommen hätte, und Aufmerksamkeit bei einem kommerziell vermarkteten Buch ist normalerweise gut für die Verkaufszahlen.
Man darf die Piratenpartei sicher nicht nach einer einzigen Vertreterin beurteilen. Besonders interessant wird es aus meiner Sicht aber sein, wie der Rest der Partei auf diesen Vorgang reagiert. Hat jemand schon Kommentare gesehen? Bis jetzt herrscht da wohl Schweigen, soweit ich das erkennen kann.
Jürgen