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neobooks.com - kennt das jemand? (Gelesen: 46878 mal)
Hans-Juergen
Diamant Mitglied
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Beiträge: 1101
neobooks.com - kennt das jemand?
03.08.10 um 21:50
 
Hallo,
 
ein Kollege hatte ein MS an Droemer Knauer geschickt. Es kam zurück mit der Bemerkung, dass Droemer Knaur kürzlich sein Manuskript-Prüfverfahren geändert habe. Dieses würde jetzt über www.neobooks.com abgewickelt. Zur Erklärung steht in diesem Anschreiben:
 
 
Was ist neobooks?
neokooks ist die neue Online-Plattform der Verlagsgruppe Droemer Knaur. Auf neobooks können Sie Ihr Werk kostenlos hochladen und es einer breiten Öffentlichkeit von Testlesern und Renzensenten zur Verfügung stellen, die uns ihr Werk zur Veröffentlichung empfehlen können. Wer zum Stichtag der mehrmals jährlich stattfindenden Wettbewerbe in den Top 10 der meist empfohlenen Werke ist, landet direkt auf dem Schreibtisch des Lektorats und hat die Chance auf einen Verlagsvertrag...
 
Weiß jemand davon? Mir kommt das ganz schön komisch vor.
 
Hans-Jürgen

Alle Infos zu meinem Ostsee-Thriller "Gekapert" auf dem Blog "Schauplatz Ostsee". Und eine optisch/akustische Einstimmung ist hier: "Video"
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BerndSt
Einfaches Mitglied
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Beiträge: 20
Re: neobooks.com - kennt das jemand?
Antworten #1 - 03.08.10 um 23:37
 
Hallo Hans-Jürgen,
 
gerade gefunden, guckst Du hier:
 
http://www.blog.nicole-rensmann.de/?p=6492
 
Da geht Droemer Knaur offenbar neue Wege ... s5
 
LG, Bernd

Was nützt uns schon der Stein der Weisen, wenn dem Stein der Weise fehlt? (Albert Einstein)
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Hans-Juergen
Diamant Mitglied
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Beiträge: 1101
Re: neobooks.com - kennt das jemand?
Antworten #2 - 04.08.10 um 07:42
 
Hallo Bernd,
 
danke für den Hinweis. Ich wäre aber beinahe reingefallen und wäre unverrichteter Dinge wieder abgezogen. Beim Aufrufen des Links saß ich vor einer weißen Seite, beinahe ohne Inhalt - bis ich dann merkte, weiter unten kommt noch was.
 
Hans-Jürgen

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Hans-Juergen
Diamant Mitglied
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Beiträge: 1101
Re: neobooks.com - kennt das jemand?
Antworten #3 - 04.08.10 um 08:00
 
Hallo,
 
nachdem ich jetzt den Blog von Nicole Rensmann gelesen habe, bin ich ganz schön ins Grübeln gekommen.
 
Wie seht ihr diese neue Idee?
 
Ich bin ziemlich skeptisch und sehe vorrangig die zwei Hauptkritikpunkte: Wie sieht das mit dem Problem der Vorveröffentlichung aus? Und wie werden andere Verlage darauf reagieren?
 
Hier wird doch ein Prinzip zur MS-Bewertung generiert, das in Bezug auf die Rezensionen bei amazon und anderswo häufig kritisiert wird. Wir haben auch schon über gekaufte Rezensionen diskutiert und absichtliche Verrisse von Neidern bemängelt.
 
Hans-Jürgen

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Hannah Simon
Diamant Mitglied
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Beiträge: 1601
Re: neobooks.com - kennt das jemand?
Antworten #4 - 04.08.10 um 08:55
 
Hallo,
 
das ist das gleiche Schema, das HarperCollins bereits mit seiner Seite Authonomy.com vor einiger Zeit eingeführt hat. Soweit ich aber weiß, ist das nicht der ausschließliche Weg, sich bei HarperCollins mit einem Manuskript zu bewerben...
 
Nicole führt in ihrem Blog ein paar interessante Punkte auf. Vor allem das Thema "bereits veröffentlicht" finde ich wichtig - ob das im englischsprachigen Markt anders läuft?
 
Außerdem lebt so eine Community ja davon, dass sich die Mitglieder rege beteiligen. Wenn man also viel rezensiert, wird man zur "Koryphäe", gibt den anderen Rezensionen um selbst welche zu erhalten... Ich möchte mich aber als Autor wirklich aufs Schreiben konzentrieren und nicht so viel Zeit mit "Community-Arbeit" verbringen.
 
Also wäre man darauf angewiesen, dass tatsächlich "Booklovers", einfach, weil sie begeistert sind, die Texte lesen und empfehlen. Funktioniert das wirklich?
 
LG
Judith

Viele Dinge werden nicht getan, weil sie unmöglich scheinen. Viele Dinge scheinen unmöglich, weil sie nicht getan werden. (Seneca)
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KlausS
Platin Mitglied
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Beiträge: 959
Re: neobooks.com - kennt das jemand?
Antworten #5 - 04.08.10 um 09:19
 
Verlagsunabhängig hat etwas Ähnliches Andy Lettau mit dem Action-Verlag versucht. (Dazu gibt es auch einen Thread hier.) Es hat anscheinend nicht funktioniert, denn er hat sein Geschäftsmodell grundlegend geändert.
 
Möglicherweise läuft das besser, wenn ein Verlag dahintersteht und die besten Texte wirklich bei Lektoren auf dem Tisch landen. Einen großen Nachteil sehe ich aber darin, dass man sein Manuskript auf diese Art nur bei EINEM Verlag anbringen kann. Wenn Droemer es bei Neobooks "veröffentlicht", kann man es wohl kaum noch an Heyne, Aufbau oder sonstwen schicken.
 
Ohne Agent erhöht man also sicher seine Wahrnehmungs-Chancen bei Droemer. Aber eben nur dort. Wenn das Manuskript dann nicht den Droemer-Geschmack trifft, hat man verloren. Man hat also nur einen einzigen Schuss. Manchmal mag das besser sein als gar kein Schuss, aber es sollte gut überlegt sein.
 
Klaus
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hpr
Forums-Urgestein
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Beiträge: 7124
Re: neobooks.com - kennt das jemand?
Antworten #6 - 04.08.10 um 09:20
 
Hallo Hans Jürgen,
 
danke für den Link und dir, Berndt für den Verweis auf Nicoles Blog. Da steht ja sehr viel detailliertes dazu.
 
Ja, ist sicher ein Versuch, die Flut der unaufgeforderten Manuskripte zu kanalisieren, damit die evtl. brauchbaren klarer zu sehen sind. Diese Rezensionssache ist sicher nicht das gelbe vom Ei, schon gar nicht perfekt, aber ich vermute mal, sicher besser, als bisherige Verfahren.
 
Dass über die klassische Manuskripteinsendung die Chancen erheblich geringer sind als zB bei Wettbewerben ist ja bekannt. Und Amazons Rezensionen haben gezeigt, dass sowas durchaus taugen kann - ich habe schon öfters aus den Rezensionen etliches über ein Buch entnehmen können, auch wenn es immer wieder Versuche zur Manipulation gibt.
 
Nur funktioniert Amazons Rezensionsapparat nur, weil sich soviele daran beteiligen. Ob das bei Neobooks auch der Fall sein wird? Wir werden sehen.
 
Wenn du übrigens (wie bei Romansuche) nur eine Leseprobe einstellst, dürfte das mit der Vorveröffentlichung kein Problem sein.
 
Mal sehen. Das Hauptproblem sehe ich in der Beteiligung. Die war bisher bei ähnlichen Projekten viel zu gering, als dass das Prinzip funktioniert hätte.
 
Hans Peter
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CorneliaL
Diamant Mitglied
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Beiträge: 1587
Re: neobooks.com - kennt das jemand?
Antworten #7 - 04.08.10 um 09:31
 
Nun, ja, nach dem Lesen des Blogs finde ich, dass es wohl für neue, noch nicht veröffentlichte Autoren, eine echte Chance sein könnte. Ich denke, dass das Angebot gut angenommen werden wird. (Sollte meine Agentin von Droemer eine Absage erhalten, werde ich, denke ich, einen meiner "Schubladenromane" dort einstellen.) Zwinkernd
 
LG Cornelia

Ein Schriftsteller sollte nicht schreiben wollen, sondern schreiben müssen. (Erwin Strittmatter)
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eva v.
Forums-Titan
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Beiträge: 3580
Re: neobooks.com - kennt das jemand?
Antworten #8 - 04.08.10 um 10:32
 
Hallo,
 
ich betrachte diese Plattform mit Bedenken. Mir persönlich scheint die rechtliche Situation für den Autor höchst unklar und die Gefahr unangemessener Benachteiligung nicht ausgeschlossen.
 
Ich weise insbesondere auf folgenden Passus aus der Erklärungsmail von Fr. Fuchshuber (neobooks) hin, der nach seinem Wortlaut und in Verbindung mit den auf der verlinkten Website von Nicole Rensmann zuvor zitierten "AGB" die Bedenken verfestigt:
 
"Das Werk kann also jederzeit auch bei einem anderen Verlag zur Prüfung eingereicht werden oder ein anderer Vertrag geschlossen werden (allerdings lassen wir uns eine Option geben – d.h. wir würden um die Rechte für die TB-Ausgabe oder ebook-Ausgabe dann mitverhandeln wollen)."
 
Das, was da in Klammern gleichsam en passant als Einschränkung mitgeteilt wird, könnte man wohlwollend als eine Art (unentgeltliches!) Vorkaufsrecht bezeichnen. Aber auch, wenn es sich "nur" auf TB- und E-Book-Ausgaben beziehen sollte, wäre es im Vorfeld jedem anderem Verlag zu offenbaren, weil der Autor nach einer Optionsvergabe keine Exklusivrechte mehr hat, sondern den Optionsinhaber stets einbeziehen muss. Ob unter dieser Prämisse (mit Optionsrecht belastete TB-Ausgabe!) sich ein anderer Verlag überhaupt das Werk ansieht, halte ich persönlich für höchst fraglich.  
 
Angehende Autoren sind angesichts der derzeitigen von Nicole zitierten AGB und der derzeitigen, vom Seitenbetreiber aktualisierten Erklärungslage bei einer Agentur sicher besser aufgehoben, denn dort arbeiten Leute, die nicht nur Texte professionell auf ihre Eignung hin prüfen, sondern gewissenhaft darauf achten, dass die Autoren in vollem Umfang Inhaber aller Rechte an ihrem Stoff bleiben - bis ein Verlag dafür was zahlt.
 
LG,
eva v.
 
Edit: Es ist allerdings auch noch darauf hinzuweisen, dass sich die Seite noch im Aufbau befindet und die fraglichen Inhalte noch im geschlossenen Bereich. Das Konzept und ggf. auch die AGB befinden sich somit womöglich noch in der Überarbeitung, wie es ja auch auf Nicoles Website angesprochen wurde. Eine abschließende Beurteilung des Umfangs etwaiger Rechteübertragungen kann daher erst angestellt werden, wenn diese Bereiche in vollständiger und endgültiger Fassung öffentlich einsehbar sind.
« Zuletzt geändert: 04.08.10 um 12:06 von eva v. »
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Claudia Toman
Diamant Mitglied
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Beiträge: 1320
Re: neobooks.com - kennt das jemand?
Antworten #9 - 06.08.10 um 22:23
 
Ich halte von dem Modell wenig. Der schon genannte Punkt "Rezensionen bekommen für Rezensionen geben" macht mir allein beim Gedanken dran Kopfweh. In Communities siegt am Ende immer das stärkste Gruppenpferd, nicht unbedingt der beste Text und wie Judith sagt, als Autor sollte man schreiben. Das web 2.0 erfordert ohnehin schon dermaßen viel Zeitaufwand, wenn man jetzt auch noch bei so etwas aktiv in Wettstreit um Bewertungen tritt, unbezahlt, mit kaum besseren Chancen als bei anderen "Wettbewerben" und von Konkurrenten bewertet werden soll (wer will denn verhindern, dass bessere Texte absichtlich unter Niveau bewertet werden?). Es mag für Hobbyschreiber taugen, die viel Zeit haben, für professionell arbeitende Autoren lohnt sich konzentrierte Agentensuche weit mehr! Hier will ein Verlag einfach die Arbeit an Unverlangten an eine Community abgeben. Wer Autoren ein wenig kennt oder selber einer ist (Selbsterkenntnis ist usw  Zwinkernd), der weiß: Autoren taugen nicht unbedingt dazu, andere Autoren zu bewerten!
 
lg Claudia
 
PS: Ergänzung: Ich bin ohnehin extrem misstrauisch und frage mich: Ist Ideenklau ein Thema oder gibt es da eine Patentlösung, das zu verhindern? Ich möchte jedenfalls nicht einer großen Menge anderer verlagssuchender Autoren meine neuesten Ideen zum lesen geben. (ich weiß, ihr seid auch alle Autoren. Ich auch. Eben!) Selbst wenn sie die Hegemann dort sperren.  Zwinkernd

"Widerspruch ist fast immer der Beginn einer Fährte." (Claudia Toman - Jagdzeit)

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Thot
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Beiträge: 1291
Re: neobooks.com - kennt das jemand?
Antworten #10 - 12.08.10 um 20:36
 
Liebe Mitglieder,
 
von Ina Fuchshuber, Managerin Business Development von Droemer/Knaur erhielt ich folgende Stellungnahme zu diesem Thread:
 


Liebe Autoren des Montségur Autorenforums!
 
Wir beobachten Ihre Diskussion sehr interessiert und sind froh, dass Herr Wilhelm uns die Möglichkeit zu einem kurzen Statement gibt.
Außerdem ist uns bewusst, dass besonders das Thema Urheberrechte ein wichtiges Thema für Autoren ist – wie auch für uns als Verlag.
 
Hierzu kamen generell sehr viele Fragen im Feedback-Briefkasten an. Einige User hatten insbesondere Fragen zu den wichtigen Punkten „Rechteinräumung“ und „Option“.
 
Wir haben versucht, die AGB nun noch verständlicher zu gestalten – wir wollen, dass es auf neobooks fair zugeht und haben auch nichts zu verheimlichen Zwinkernd:
 
Welche Rechte räumt man neobooks an einem Manuskript bzw. Text ein, wenn man ihn hochlädt und veröffentlicht? Um Ihr Werk auf der Seite www.neobooks.com stellen zu können, benötigen wir von Ihnen das Recht, den Text auf neobooks in der Form, wie Sie ihn uploaden/einstellen veröffentlichen zu dürfen. Nur so dürfen wir die Plattform in dieser Form betreiben. Außerdem lassen wir uns das Recht einräumen, für die Plattform neobooks.com werben zu dürfen.  
 
Alle Rechte lassen wir uns aber nur nicht-exklusiv einräumen, d.h. Sie können Ihr Werk z.B. auch auf anderen Plattformen, die sich nicht-exklusive Rechte einräumen lassen, einstellen oder aber einem anderen Verlag zur Prüfung geben.
Außerdem können Sie Ihr Werk auch jederzeit wieder von der Plattform löschen. Ausschließlich die Werke, die bereits von Usern downgeloadet wurden, können wir selbstverständlich nicht mehr zurückholen.  
 
Die Option:
Weil wir glauben (und auch schon sehen Zwinkernd), dass auf unserer Plattform interessante und gute Werke eingestellt werden, die auch für andere Verlage interessant sein können, haben wir in unseren AGB einen Passus aufgenommen, der uns eine Option auf Ihr Werk einräumt.  
 
Was bedeutet das?
Wir behalten uns lediglich vor, ebenfalls ein Angebot für Ihr Werk abzugeben. Das bedeutet, sollte neben uns auch ein anderer Verlag Interesse an der (exklusiven) Veröffentlichung Ihres Werks haben, könnten Sie zwischen diesen mind. zwei Angeboten wählen und wir konkurrieren dann um dieses Werk. Sie sind keinesfalls verpflichtet, unser Angebot anzunehmen, d.h. wir behalten uns kein Vorkaufsrecht vor.
 
Sie können Ihr Werk also jederzeit auch einem anderen Verlag zur Prüfung anbieten oder auf einer anderen Plattform einstellen, die nicht-exklusive Rechte verlangt und auch jederzeit einen Verlagsvertrag mit einem anderen Verlag abschließen, sowie Ihr Werk auch wieder von unserer Plattform löschen.
 
Wir hoffen, wir können damit ein paar Bedenken ausräumen! Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne an uns unter team@neobooks.com!
 
Viele Grüße
Ina Fuchshuber


Lieben Gruß,
 
Andreas
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Claudia Toman
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Beiträge: 1320
Re: neobooks.com - kennt das jemand?
Antworten #11 - 13.08.10 um 08:17
 
@Thot: Danke für das Statement. Damit wurden die Punkte einiger geklärt. Aber die Zweifel am System an sich, die Themen gegenseitige Bewertung und Ideenklau, nichts davon wurde angesprochen und bleibt für mich weiterhin unklar. Aber man wird ja sehen wie es läuft, wenn es mal läuft.
 
Ich bin halt der altmodischen Meinung, dass ein Manuskript, das gut genug ist, auf diesem Weg einen Verlag zu finden, auch über den klassischen Weg ohne das ganze Brimborium drumherum, die mühsame Communityarbeit und das ständige Wettbewerbsdenken untergekommen wäre. Aber das kann man auch anders sehen und ich wünsche denen, die sich drauf einlassen, alles Gute!
 
lg Claudia

"Widerspruch ist fast immer der Beginn einer Fährte." (Claudia Toman - Jagdzeit)

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UlfSch
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Beiträge: 4469
Re: neobooks.com - kennt das jemand?
Antworten #12 - 13.08.10 um 11:07
 
Ich hab mal by authonomy.com von Harper Collins nachgeschaut. Dies ist, was der Vertrag dort sagt:
 
Zitat:
Content Ownership

We do not claim any right of ownership in any manuscripts, comments, reviews, files, images, jackets, covers, photos, or any other material that you post on the Website (‘Content’). After posting your Content on the Website you will continue to retain all your intellectual property ownership rights in such Content and you continue to have the right to use your Content in any way you choose.

Your License to US

By posting Content on the Website you hereby grant to us a license to use, modify, publicly display, reproduce and distribute such Content on the Website. The license you grant us is (i) non-exclusive which means you are free to license your Content to any one else, (ii) fully paid up and royalty free which means you will not be paid by HarperCollins or anyone else for the use of your Content on the Website, (iii) sub-licensable for the purposes of enabling us to host and maintain the Website via third parties and worldwide (which means the Content will be viewed on a global basis).
This license does not grant us the right to sell your Content.

 
Hier bleiben also die Texte voll im Besitz des Autors, der damit im weiteren machen kann, was er will. Der Autor autorisiert HC, den Text lediglich auf der website zu nutzen. Es werden keinere weiteren Verwertungsrechte eingeräumt, auch keine Option seitens des Verlags.
 
LG
Ulf

Der Bastard von Tolosa (2009), Die Comtessa (2011), Die Hure Babylon (2012), Das Schwert des Normannen (2013), Die Rache des Normannen (2014), Der Schwur des Normannen (2015)
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eva v.
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Re: neobooks.com - kennt das jemand?
Antworten #13 - 13.08.10 um 11:32
 
Das mit der "Option" wäre ja nun damit geklärt, obwohl es dann in diesem Falle m. E. eine recht ungeschickt gewählte, da missverständliche Formulierung ist. Unter einer Optionsvergabe wird im Zusammenhang mit der Vergabe von Rechten normalerweise die Einräumung eines Vorrangs vor Mitbewerbern verstanden.
 
Tatsächlich aber bedingt Neobooks sich wohl lediglich ein Mitbietungsrecht aus, was ganz in Ordnung ist und für einen Autor eine schöne Sache. Zur Vermeidung von Missverständnissen könnte man das aber auch sehr leicht so formulieren, etwa dergestalt, dass der Autor verpflichtet sei, im Falle eines anderweitigen Vertragsangebots  dies Neobooks mitzuteilen und ihm zugleich die Gelegenheit zu geben, ebenfalls auf den Stoff zu bieten, tunlichst innerhalb einer vorab bestimmten angemessenen Frist.
 
Es müsste dann allerdings eine Überbietung zum Rechteerwerb nötig sein. Gäbe es nämlich eine Regelung, wonach bei gleich hohem Angebot Neobooks der Zuschlag zu gewähren sei, würde es sich faktisch um ein Vorkaufsrecht handeln, egal wie man es nennt.
 
Im Übrigen sehe ich die Sache so wie Claudia.  
 
LG,
eva v.
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AndreasH
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Beiträge: 256
Re: neobooks.com - kennt das jemand?
Antworten #14 - 13.08.10 um 12:53
 
Ist es nicht selbstverständlich, dass zur Stunde Null (MS unveröffentlicht, noch keine unterschriebenen Verträge, sonstige Absprachen usw.) ein Verlag sich um ein MS bemühen darf? Warum muss das denn erst explizit betont werden?  hä?
 
Gruß
 
A

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