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Willkommen, Gast. Bitte Einloggen. - 09.09.10 um 19:48

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Romanumfang beim HR: Gibt es Präferenzen bei den Verlagen? (Gelesen: 851 mal)
AlfL
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Beiträge: 522
Romanumfang beim HR: Gibt es Präferenzen bei den Verlagen?
16.07.10 um 10:15
 
Ich habe eine Frage zum Umfang eines (Historischen) Romans. Was ist für die Verlage akzeptabel, bzw. wird gern genommen? Ein Buch ist ja ein Produkt und generiert vor seinen Einnahmen erst einmal einen Haufen Kosten für den Verlag, die meisten davon sind variabel und hängen mehr oder weniger mit dem Umfang des Werkes zusammmen.
 
Ist das also mit ein Kriterium für ein Ja oder Nein? Sprich: wird von zwei gleich gut vermarktbaren Themen, dasjenige genommen, welches die bessere Kosten-Nutzen-Relation vorweisen kann? Wenn ja, wo liegen denn die Grenzwerte ungefähr, wann fangen Lektoren und Verlage an zu klagen? Minimum 200 Seiten, Maximum 900?
 
Mir ist natürlich völlig bewusst, dass es gute Geschichten mit 180 und auch solche mit 1200 Seiten gibt. Dies ist sicher klein Qualitätskriterium. Man sollte beim Verfassen vorallem an die Story denken. Es macht weder Sinn eine gehaltvolle Geschichte künstlich einzudampfen noch, eine auf 300 Seiten erzählte Geschichte auf 500 Seiten aufzublähen. Im Idealfall sollte man so viele Seiten verwenden, wie nötig. Nur kann man im Vorfeld ja doch ein wenig planen und muss dadurch seine Chancen nicht zwingend verschlechtern, wenn Ihr wisst, was ich meine ...  Grinsend
 
Daher meine Frage. Wie sind Eure Meinungen und persönliche Erfahrungen im Bereich HR?
 
Herzlichen Dank und viele Grüße aus einem unverschämt sonnigen Schweden
 
 
Alf

Und wenn die Menschen sonst nichts mehr haben, Bedenken haben sie immer.

Schattenfehde, Sutton-Verlag 2009

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PeterH
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Beiträge: 84
Re: Romanumfang beim HR: Gibt es Präferenzen bei den Verlagen?
Antworten #1 - 16.07.10 um 11:04
 
Ich habe keinen historischen Roman im Regal stehen, der unter 350 Seiten hat. Mir wurde mal gesagt, die Verlage möchten für dieses Genre mindestens um die 500 Seiten haben. Sehr viel mehr sollte es dann aber auch wieder nicht sein, das kann AutorIn sich erst "leisten", wenn er/sie kein Neuling mehr, sondern bereits etabliert ist.
« Zuletzt geändert: 16.07.10 um 11:43 von PeterH »

Ab August 2010 bei Blanvalet: Die Goldspinnerin von Gerit Bertram, ca. 500 Seiten, 14,95

"Süffig, spannend, farbenprächtig!"
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ChristineN
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Beiträge: 609
Re: Romanumfang beim HR: Gibt es Präferenzen bei den Verlagen?
Antworten #2 - 16.07.10 um 11:56
 
Hallo Alf,
 
meine persönlichen Erfahrungen gehen in die Richtung, weder zu kurz noch zu lange. Wobei mir bei Agenturen und Verlagen die magische Grenze bei etwa 400 - 500 Seiten angedeutet wurde. Natürlich will der Leser sich bei HR verlieren, verlangt nach Beschreibungen usw. Jedoch las ich vor einiger Zeit in einer Bücher-Zeitschrift einen Artikel, in dem ein Redakteur die seiner Meinung nach oft unnötige Länge diverser HR kritisierte und die Behauptung aufstellte, viele würden durch Kürzungen gewinnen.
 
Ein Debütant wird es, glaube ich, mit einer Überlänge ohnehin schwer haben, Agentur oder Verlag zu finden. Lesen kostet Zeit. Das beweist die geringe Anzahl von Rezensionen bei seitenstarken Büchern.
Auch denke ich, dass Leser bei Autoren, die sie noch nicht kennen, lieber zu kürzeren Werken greifen, da sie ihr Geld ja quasi für die Katze im Sack ausgeben, aber dennoch nicht darauf verzichten möchten, Neues zu probieren. Von einem Autor, den man bereits schätzt, kauft man gerne dickere und teurere Bücher.
 
mein Fazit: Geschmacksache, ich persönlich greife lieber zu kürzeren Büchern, die nach detaillierter Überarbeitung riechen.
 
mlG aus dem ebenso gnadenlos heißen Wien
Christine
 
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Andrea S.
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Re: Romanumfang beim HR: Gibt es Präferenzen bei den Verlagen?
Antworten #3 - 16.07.10 um 12:48
 
Taschenbuch-Original-Ausgabe deutscher Autoren: ca. 400-500 Seiten, Hardcover 500+ aber nicht gerne über 1000. Dann muss es schon etwas Besonderes sein.
 
Andrea

Wie wohl ist dem, der dann und wann
Sich etwas Schönes dichten kann.
Wilhelm Busch
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ChristianeL
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Beiträge: 185
Re: Romanumfang beim HR: Gibt es Präferenzen bei den Verlagen?
Antworten #4 - 16.07.10 um 13:59
 
Hallo,
ein Hinweis für die Untergrenze: Beim Rowohlt-Wettbewerb 2009 lautete sie:
"Eingereicht werden können bisher unveröffentlichte deutschsprachige Romane von mindestens 200 Seiten Umfang."
Gruß aus dem saunaigen Kassel
Christiane

Die Geliebte des Sarazenen - rororo ISBN 978-3499254598
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Sylvia
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Beiträge: 605
Re: Romanumfang beim HR: Gibt es Präferenzen bei den Verlagen?
Antworten #5 - 16.07.10 um 17:09
 
Bei meinem historischen Jugendroman hieß es 220 - 250 Normseiten; bei HR für Erwachsene habe ich 400 bis 600 Normseiten gehört, aber das variiert sicher von Verlag zu Verlag.
 
Viele Grüße
Sylvia

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Holger
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Beiträge: 17
Re: Romanumfang beim HR: Gibt es Präferenzen bei den Verlagen?
Antworten #6 - 16.07.10 um 20:51
 
Hallo Alf,
 
mein Debüt erscheint kommendes Jahr und hat 1150 Normseiten, die dann per Format auf rund 800 reduziert werden.
Das Verlagslektorat gab sowohl wertvolle Tipps für Kürzungen als auch für detailliertere Schilderungen, so dass sich beides am Ende wohl die Waage halten wird.
 
Viele Mücken, da oben?  Grinsend
 
Schöne Grüße, Holger
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AlfL
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Beiträge: 522
Re: Romanumfang beim HR: Gibt es Präferenzen bei den Verlagen?
Antworten #7 - 17.07.10 um 09:01
 
Danke für Eure Antworten! Demnach liege ich mit "geplanten" 500-600 Normseiten ganz gut. Mein Debut hatte ursprünglich nämlich 620, die ich aufgrund der Produktionskosten damals auf rund 450 kürzen musste (kleiner Verlag, kleine Auflage). Das war nicht eben wenig, auch wenn ich zugeben muss, dass es der Story tatsächlich im Nachhinein gutgetan hat.
 
@Holger: Debut mit 800 Printseiten?! Respect!
@Holger OT: Mücken sind eines der vielen Vorurteile Schweden gegenüber. Aber wenn's Dich freut: Zumindest das Essen ist mies.  Zwinkernd
 
Viele Grüße, Alf.

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Schattenfehde, Sutton-Verlag 2009

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UlfSch
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Re: Romanumfang beim HR: Gibt es Präferenzen bei den Verlagen?
Antworten #8 - 17.07.10 um 10:33
 
Bei meinem ersten habe ich auf die Seitenzahl gar nicht so geachtet und war plötzlich bei 1200 Normseiten.  Grinsend
Hat den Verlag aber nicht abgeschreckt, ich musste aber am Ende 400 Normseiten abspecken. Daraus sind dann beim Formattieren 928 Buchseiten geworden.
 
Beim zweiten hat man vorsichtig gefragt, ob es es auch ein bisschen weniger ginge (wegen Buchpreis und so) und war sehr zufrieden, dass ich mich auf unter 600 Buchseiten (etwa 540 Normseiten) festgelegt habe.  
 
Dazu muss ich sagen, ich zähle meine Normseite einfach als Anschläge / 1800. Bei den Buchseiten werden es dann 6-10% mehr, wegen der partiellen Leerzeilen natürlich.
 
Ulf
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Charlie
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Re: Romanumfang beim HR: Gibt es Präferenzen bei den Verlagen?
Antworten #9 - 17.07.10 um 11:58
 
Meine ersten drei historischen Romane (zweimal Taschenbuch, einmal Hardcover) haben je um die 700 Buchseiten. Probleme gab's keine, das sie zu lang sind, hat mir nie einer gesagt, gekuerzt wurde nichts. Der neue hat 600. Im historischen Roman ist das zumindest meiner Erfahrung nach eine voellig gaengige, gut verkaeufliche Laenge.
 
Gruesse von Charlie

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AlfL
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Beiträge: 522
Re: Romanumfang beim HR: Gibt es Präferenzen bei den Verlagen?
Antworten #10 - 17.07.10 um 20:50
 
Zitat von UlfSch am 17.07.10 um 10:33:
Dazu muss ich sagen, ich zähle meine Normseite einfach als Anschläge / 1800. Bei den Buchseiten werden es dann 6-10% mehr, wegen der partiellen Leerzeilen natürlich.

Hi Ulf,
 
das ist jetzt problematisch und wie ist denn die Norm? Rechnen wir nun in Zeichen (also theoretische Normseiten), sprich: Gesamtzeichen inkl. Leerzeichen geteilt durch 1800 Zeichen oder aber ist die Normseite die verfasste Seite mit maximal 1800 Zeichen inkl. Leerzeichen (30 x 60)? Das ergibt nämlich u.U. ganz erhebliche Abweichungen. Mein Debutroman wurde beispeilsweise mit 750.000 Zeichen inkl. Leerzeichen vom Verlag "gedeckelt"; heraus kamen 384 (zu) eng bedruckte Buchseiten, das waren aber weit über 400 meiner Normseiten (max. 1800 Zeichen inkl. Leerzeichen).
 
Was gilt denn nun?
 
Gruß, Alf.

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Uschi
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Re: Romanumfang beim HR: Gibt es Präferenzen bei den Verlagen?
Antworten #11 - 17.07.10 um 21:18
 
Zitat von AlfL am 17.07.10 um 20:50:
Rechnen wir nun in Zeichen (also theoretische Normseiten), sprich: Gesamtzeichen inkl. Leerzeichen geteilt durch 1800 Zeichen oder aber ist die Normseite die verfasste Seite mit maximal 1800 Zeichen inkl. Leerzeichen (30 x 60)? Das ergibt nämlich u.U. ganz erhebliche Abweichungen.

Normseite ist die theoretische Seite, die, die man runterladen oder sich selbst konstruieren kann, indem man versucht, die Seite so einzurichten, dass ziemlich genau 1800 x-e draufpassen.  
Ich hab irgendwo mal gelesen, dass die realistische Zahl von Zeichen (m.L.) auf einer Normseite 1450-1500 Zeichen ist. Ich rechne immer mit 1500 Zeichen pro Seite, wenn ich an verschiedenen Stellen im Text arbeite und trotzdem anschließend wissen möchte, wieviele Seiten ich heute so verzapft habe.  Zwinkernd
Kann man ja selbst ausrechnen, wenn man schon ein paar (Norm-)Seiten beieinander hat, wie viele Zeichen pro Seite da tatsächlich durchschnittlich bei rauskommen.
 
LG
Uschi

Mein Arbeitsprozess besteht darin, für jede Seite zu sterben und neu geboren zu werden. - Art Spiegelman
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UlfSch
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Re: Romanumfang beim HR: Gibt es Präferenzen bei den Verlagen?
Antworten #12 - 17.07.10 um 22:13
 
Zitat von AlfL am 17.07.10 um 20:50:

das ist jetzt problematisch und wie ist denn die Norm? Rechnen wir nun in Zeichen (also theoretische Normseiten), sprich: Gesamtzeichen inkl. Leerzeichen geteilt durch 1800 Zeichen oder aber ist die Normseite die verfasste Seite mit maximal 1800 Zeichen inkl. Leerzeichen (30 x 60)? Das ergibt nämlich u.U. ganz erhebliche Abweichungen.

Eigentlich ist die Normseite ja 30x60 zur Verfügung stehende Stellen, wenn man so will, die einen Buchstaben enthalten können oder auch nicht. Das heißt, du hast tatsächlich 1800 Zeichen, wenn jede Stelle belegt ist. Hast du leere Stellen (kurze Sätze, viele neue Absätze, etc), ergibt das natürlich weniger Zeichen pro Seite. Oder anders gesagt, deine 750.000 Zeichen verteilen sich über mehr Seiten.
 
Entweder schafft man es, das Format genau für 1800 mögliche Stellen einzustellen, wie Uschi sagt, oder man muss mit einem geschätztem Faktor korrigieren. Ich hab letztens einfach mal dem Verlag 300 Seiten gegeben, die sie entsprechend formatiert haben und das ergab etwa 6% mehr Seiten als ich in meinem Word-Format hatte. Ist natürlich nicht sehr präzise.
 
LG
Ulf
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Doris
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Re: Romanumfang beim HR: Gibt es Präferenzen bei den Verlagen?
Antworten #13 - 18.07.10 um 09:39
 
Von mir sind für einen HR ( Piper) 520 Manuskriptseiten gewünscht, es sollen 448 Buchseiten dabei herauskommen.
Bin jetzt auf Seite 410, das sind 117.503 Wörter bzw. 589378 Zeichen ohne Leerzeichen.
Vielleicht hilft das?
 
Liebe Grüße
Doris

"Die Gewandschneiderin" ab September 2011 bei Piper
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AlfL
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Re: Romanumfang beim HR: Gibt es Präferenzen bei den Verlagen?
Antworten #14 - 18.07.10 um 11:09
 
Danke für die Rechenbeispiele. Ich denke, der Einfachheit halber werde ich auch zukünftig mit theoretischen Normseiten agieren, also 1800 Zeichen als Obergrenze für die Anzahl der Zeichen pro Seite.
 
Korrekt wäre es tatsächlich nur, würde man mit "produzierten Zeichen" rechnen, denn nur das ist der Inhalt. Alles andere ist Formattierung, selbst ein Zeilenumbruch. Eine Normseite ist - genauso wie eine Druckseite, die ja auch von Typo zu Typo und von Verlag zu Verlag stark differiert - lediglich eine mögliche Präsentation des Inhalts.
 
Um den Kreis zu schließen nehme ich aus Euren vielen Antworten mit, dass ich so etwa 700.000 bis 900.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) verfassen sollte, um den Mindestanforderungen für einen durchschnittlichen HR zu genügen und um auch nach oben hin keine Schmerzgrenze zu überschreiten.
 
Das ist natürlich keine Regel oder Vorgabe, Ausnahmen in beide Richtungen gibt es genug, aber eine Richtung immerhin.
 
Grüße aus Schweden
 
 
Alf

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