Auf jeden Fall, Alf, Schreiben ist eine sehr individuelle Erfahrung. Um so aufregender ist es dann, zu sehen, dass bestimmte Muster bei jedem Schreibenden auftreten.
Ich glaube auch wie du daran, dass sich in diesem Moment des Konflikts Einiges entknotet, um dann neue Lösungen hervorzubringen.
Bei mir tritt der "Blues" auch immer genau dann auf, wenn ich gerade dabei bin, die letzten wichtigen Charaktere auftreten zu lassen. Eben am Ende des 1. Romandrittels, wenn die Haupt-Helfer und -Bösewichter alle beisammen sind. Zu dem Zeitpunkt breitet sich vor mir dann ja auch die komplizierteste Situation aus: Ich sehe das ganze Ausmaß von dem, was noch passieren wird, ich sehe alle Aktanten, und ich stehe gerade an dem Punkt, an dem sie alle richtig losrennen wollen. Da kommt schon eine Menge an Verstrickungen zusammen. Zumindest erkläre ich mir den Blues so(Das ist wie beim Kochen: Das ganze Gemüse, das geschnippelt werden muss, ist aus dem Kühlschrank geholt, alle Töpfe und Pfannen stehen da, man überblickt die Aufgaben, die vor einem liegen, und genau in diesem Moment wünscht man sich, doch einfach einen Döner von der Ecke mitgenommen zu haben). Explizit erlebe ich allerdings nur ein "Oh Mann, das ist doch alles Mist".
Aber durch die Erklärung finde ich es eigentlich ziemlich plausibel, dass ich immer an diesem Punkt von Zweifeln überfallen werde.
Ich ziehe mich aber gerade schon wieder an den Haaren aus dem Sumpf und die Story kommt in die Gänge.

Dir auch viel Erfolg noch, Alf!