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Willkommen, Gast. Bitte Einloggen. - 09.09.10 um 19:21

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Der schlechter werdende Plot (Gelesen: 1479 mal)
AlfL
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Beiträge: 522
Re: Der schlechter werdende Plot
Antworten #15 - 20.07.10 um 09:18
 
Zitat von Imre am 20.07.10 um 08:54:
Ist das mit dem Plot nicht ein bisschen wie mit Verliebtheit, Liebe ...  

Das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass ein Plot blind macht und durch den Magen geht. Hmm ... Bestimmt finden sich hier weitere (poetische) Parallelen, allerdings habe ich bisher noch nie mit einem Plot Schluss gemacht (oder er mit mir) und ehrlich gesagt würde mir davor nicht weniger grauen, als in Deinem Beispiel.  Zwinkernd
 
Viele Grüße
 
 
Alf

Und wenn die Menschen sonst nichts mehr haben, Bedenken haben sie immer.

Schattenfehde, Sutton-Verlag 2009

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Imre
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Beiträge: 509
Re: Der schlechter werdende Plot
Antworten #16 - 20.07.10 um 09:27
 
Zitat von AlfL am 20.07.10 um 09:18:

Das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass ein Plot blind macht und durch den Magen geht. Hmm ...

 
Nö, ich meinte, der Plot klärt (sollte), was im anfänglichen Überschwang zunächst mehr durch den Magen geht  Smiley
 
LG, Imre

Gib, gib auch nach, aber gib nicht auf.
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AlfL
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Beiträge: 522
Re: Der schlechter werdende Plot
Antworten #17 - 20.07.10 um 09:32
 
Ok, verstehe, auch die Beziehung zu einem Plot wird reifer, älter ....
Gefällt mir.
 
Gruß, Alf.

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UlfSch
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Beiträge: 1517
Re: Der schlechter werdende Plot
Antworten #18 - 20.07.10 um 09:59
 
Hallo Alf,
 
was ich mache, ich überprüfe meinen Plot regelmäßig (schon beim Schreiben), indem ich versuche, das bereits Geschriebene schnell und zügig, wie ein Leser es tun würde, zu lesen. Dabei fallen mir gleich einige Dinge auf:
- ob Sätze holprig oder zu kompliziert sind
- wo ich zu langatmig bin
- wo der Text die Geschwindigkeit verliert
- wo ich mich wiederhole
- ob der Text die Bilder produziert, die ich bewirken will
- wo ich zu nüchtern bin oder Details fehlen
 
und eben auch, ob der Spannungsbogen noch vorhanden ist und ob der Plot Zug hat, schlüssig ist, liegen die Höhepunkte an der richtigen Stelle, etc.
 
Wo mir etwas auffällt, ändere ich es dann gleich.
 
Das mache ich mindstens 10-15 Mal während des Schreibens, sodass ich nicht in diesen Blues verfalle, der einen ab und zu überkommt, wenn man die Nase immer nur dicht am Text hat. Durch das Lesen mit Abstand merze ich Fehler aus und gewinne gleichzeitig auch wieder die Überzeugung: "Das ist doch gar nicht schlecht."
 
Na ja, wahrscheinlich machst du das eh schon, was ich hier beschreibe, oder hast eine andere Methode. Jedenfalls: Immer dranbleiben!
 
LG
Ulf
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ThomasL
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Beiträge: 185
Re: Der schlechter werdende Plot
Antworten #19 - 26.07.10 um 08:37
 
Zitat von Andrea S. am 14.07.10 um 11:50:
Mid-Text-Blues!

Kennen wir, glaube ich, alle.

Weitermachen hilft.

Andrea

Das Phänomen kenne ich auch. Der Plot wird nicht immer weiter schlechter, sondern so gegen Ende des 1. Drittels des Romans kommen plötzlich massive Zweifel auf(stecke gerade mal wieder mitten drin Lächelnd). Aber wenn dieser Moment vorbei ist, erhöht sich meine Motivation und meine Schreibgeschwindigkeit plötzlich enorm. Es ist, als würde noch einmal ein Boxenstopp eingelegt werden, bevor es in die Vollen geht. Noch einmal auftanken, frische Reifen, und ab gehts!
 
...was jetzt nicht heißt, dass es andere Wahrnehmungen nicht geben kann. Aber die Vorstellung, dass ich meinen Plot beim Schreiben einfach immer, immer schlechter finden müsste, die ist sehr traurig. Traurig

"Man can be, and ought to be, a hero."
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"...deshalb machte sie ihr Herz hart wie das Eisen ihrer Rüstung, um all ihre Tränen an einem anderen Tag zu weinen."
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AlfL
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Beiträge: 522
Re: Der schlechter werdende Plot
Antworten #20 - 26.07.10 um 09:50
 
Zitat von ThomasL am 26.07.10 um 08:37:

...was jetzt nicht heißt, dass es andere Wahrnehmungen nicht geben kann. Aber die Vorstellung, dass ich meinen Plot beim Schreiben einfach immer, immer schlechter finden müsste, die ist sehr traurig. Traurig

Hallo Thomas,
 
ja, das ist es in der Tat. Bisher habe ich diese Phase auch immer wieder (zum Glück) überwunden, allerdings ist das ein Phänomen, das mich in gnadenloser Regelmäßigkeit heimsucht. Ich denke, das Schreiben ist eine ganz individuelle Form der Selbstverwirklichung und wahrscheinlich hat jeder einen persönlichen Weg der Umnsetzung.
 
Weitermachen hilft und in der Tat, das ist die einzg wahre Lösung (für mich). Letztlich sind es Zweifel "Ist mein Plot gut genug?" und vor allem "Kann ich das nicht besser, pointierter umsetzen?" die mich dann umtreiben.  
 
Auf der anderen Seite entstehen aus diesen Zweifeln auch immer wieder Lösungen und Plotverläufe, die nie geplant waren und sehr gut sind. Ich hatte nur die Befürchtung, ich sei der Einzige, dem es so ginge, was ich dann einer schlechten Plotplanung zugeschrieben hätte, aber es sieht aus, als sei ich nicht allein. Das macht Mut.   Smiley
 
Gruß, Alf.

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ThomasL
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Beiträge: 185
Re: Der schlechter werdende Plot
Antworten #21 - 26.07.10 um 10:23
 
Auf jeden Fall, Alf, Schreiben ist eine sehr individuelle Erfahrung. Um so aufregender ist es dann, zu sehen, dass bestimmte Muster bei jedem Schreibenden auftreten.
Ich glaube auch wie du daran, dass sich in diesem Moment des Konflikts Einiges entknotet, um dann neue Lösungen hervorzubringen.  
Bei mir tritt der "Blues" auch immer genau dann auf, wenn ich gerade dabei bin, die letzten wichtigen Charaktere auftreten zu lassen. Eben am Ende des 1. Romandrittels, wenn die Haupt-Helfer und -Bösewichter alle beisammen sind. Zu dem Zeitpunkt breitet sich vor mir dann ja auch die komplizierteste Situation aus: Ich sehe das ganze Ausmaß von dem, was noch passieren wird, ich sehe alle Aktanten, und ich stehe gerade an dem Punkt, an dem sie alle richtig losrennen wollen. Da kommt schon eine Menge an Verstrickungen zusammen. Zumindest erkläre ich mir den Blues so(Das ist wie beim Kochen: Das ganze Gemüse, das geschnippelt werden muss, ist aus dem Kühlschrank geholt, alle Töpfe und Pfannen stehen da, man überblickt die Aufgaben, die vor einem liegen, und genau in diesem Moment wünscht man sich, doch einfach einen Döner von der Ecke mitgenommen zu haben). Explizit erlebe ich allerdings nur ein "Oh Mann, das ist doch alles Mist". Zwinkernd
Aber durch die Erklärung finde ich es eigentlich ziemlich plausibel, dass ich immer an diesem Punkt von Zweifeln überfallen werde.
Ich ziehe mich aber gerade schon wieder an den Haaren aus dem Sumpf und die Story kommt in die Gänge. Zwinkernd Dir auch viel Erfolg noch, Alf!

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