Hallihallo,
Zitat von Andrea S. am 14.07.10 um 10:08:
Also keine Hemmungen, neues Licht auf bestehende Hintergründe zu werfen. Das macht doch das Schreiben erst richtig spannend!
Genau diese Erfahrung mache ich gerade.
Tatsächlich geht es mir so, dass ich mich immer mal wieder zurücklehne und selbst ganz fasziniert auf das Bild starre, das sich da plötzlich zusammensetzt, nachdem ich eine neue Zutat in den Kessel geschüttet habe. Wie im Nachhinein gewisse Details plötzlich eine tiefere Bedeutung bekommen (nicht, dass das geplant war ... auch wenn man das dann behaupten könnte).
Ich finde das sogar interessanter als einen kompletten Neuentwurf. Mir geht es ohnehin so, dass meine Kreativität am besten funktioniert, wenn ich um existierende Rahmenbedingungen und Limitationen herumbauen / anbauen muss. Es ist ein bisschen wie Scribble oder wie das Erfinden eines Kreuzworträtsels. Man verlängert bestimmte Stränge, setzt Erweiterungen an und dann muss man Querverbindungen schaffen, die wiederum ihre eigenen Anpassungen erzwingen usw.
Zitat von Tanja am 14.07.10 um 12:26:Die Mythologie kann sich ja erst nach und nach immer tiefer offenbaren, wenn man selbst eintaucht, sich ständig damit beschäftigt, immer neue Ansätze und Schlüsse gewinnt.
Das kann ich bestätigen.
Da ich versuche, meine Fantasy-Elemente möglichst nah an reale Mythen und Legenden anzulehnen bzw. geschichtliche Fakten, betreibe ich oft "rückwärtsgerichtete" Recherche, d.h. ich habe zuerst eine Idee und suche dann nach einer historischen/mythologischen Quelle (Bibelzitat etc.), die dazu passt und die - frei interpretiert - die Glaubwürdigkeit dieses Details untermauert.
Dabei finde ich häufig zusätzliche Informationen, die der Geschichte noch mal eine ganz andere Wendung geben können.
LG, Andrea