Zitat von hpr am 25.06.10 um 20:38:
Natürlich wird da viel getürkt. Aber immerhin gibt es Zahlen, die Zahlen sind vermutlich nicht bis hinter dem Komma korrekt.
Im Pressemarkt gibt es die IVW zur Auflagenkontrolle, deren Zahlen sind halbwegs solide. Mittlerweile gibt es das auch für Online-Medien. Aber da geht es um Werbung, denn die Agenturen wollen schon genau wissen, für was sie eigentlich bezahlen. Trotzdem gibt es noch sehr viele ungeprüfte (meist kleinere) Zeitschriften, die ihre Auflagenzahlen "kreativ" melden. Im Pressemarkt weiß jeder was das heißt.
Bei Büchern gibt es von keiner Seite ein Interesse an validen Zahlen (abgesehen von den Autoren, die berechtigterweise wissen wollen, worauf sich die Berechnung ihrer Honorare stützt). Ich kenne das u.a. von Sponsorgesprächen, wo es immer um die verkaufte Auflage geht, die man voraussagen soll. Wenn man dann treuherzig von Vorbestellungen des Buchhandels redet, kommt sofort die Frage: "Aha, und wieviel Prozent Remittende?"
Was ich damit sagen will, Zahlen sind meist, äh, interpretationsbedürftig. Wenn man sich nicht auskennt, muss man eben irgendwie die Zahlen glauben oder gedanklich immer einen Abschlag machen, ähnlich wie bei der Preisfindung auf dem Basar. Oder man kennt eben wie Douglas Adams ganz genau die Antwort auf die Frage aller Fragen...
Letztlich ist das ja auch alles völlig akademisch, jeder Autor möchte am Ende doch nur wissen, ob die eigenen Zahlen eine "positive Tendenz" zeigen, nicht wahr?