Pia
Silber Mitglied
 
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Eine Übung (die ich übrigens von Alexander Nitzberg geklaut habe) zum Einsteigen besteht darin, ein Gedicht vorzulesen, gut geeignet ist eine Ballade, und die Teilnehmer müssen dann den Inhalt in exakt 12 Wörtern zusammen fassen. Das lässt man sie in Varianten machen, zuerst müssen es nur irgendwie 12 Wörter sein, dann muss es ein korrekter Satz mit 12 Wörtern sein, dann dieser Satz in Beamtendeutsch, Jugendsprache, kitschig, zynisch, mathematisch ... Diese Übung ist in meinen Augen gut geeignet, um, nun ja, zu schmecken, wie viel Gewicht ein einzelnes Wort hat und um die verschiedenen Sprachregister zu trainieren. Eine andere Übung zum Thema Phonetik (ebenfalls von Nitzberg, der "Lyrik Baukasten" ist eben sehr ergiebig) besteht darin, ein Tier in Klängen auszudrücken. Zum Beispiel: Schreib einen Satz so, dass er nach dem Tier klingt. "Sich wohlig in schaler Faulheit suhlend, ein aus Phlegmatischem ausgeschlüpftes, im Sanften wühlendes Schleichfleisch." Das stände für eine Schleimschnecke, während die Zecke eher so klimgt: " Zwickt sich fest, beißt zu, bis es platzt, ist satt." Außerdem kann man gut Gedichtformen, wie das Sonett oder die Villanelle, nehmen und diese Formen füllen lassen. Liebe Grüße Pia
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