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Noch ein Plagiat? Axolotl Roadkill (Gelesen: 31932 mal)
hpr
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Noch ein Plagiat? Axolotl Roadkill
06.02.10 um 14:04
 
Axolotl Roadkill, auf das alle Literaturredakteure hymnisch abfahren, sei ein Plagiat, behauptet der Kulturblog "die Gefühlskonserve":
 
http://www.gefuehlskonserve.de/axolotl-roadkill-alles-nur-geklaut-05022010.html
 
Plagiate werden heutzutage schnell behauptet, allerdings gibt es in diesem Fall doch eine ganze Menge Übereinstimmung. Vermutlich hat Hegemann sich dort schon inspirieren lassen, so klingt es jedenfalls.
 
Was die Frage aufwirft, warum das Feuilleton Hegemann so hochgelobt hat, Airen für sein "Strobo" aber nicht? Spielt doch in der Literaturszene Vitamin B eine weit unterschätzte Rolle? Hegemanns Vater ist schließlich Autor, Theaterschaffender und Professor für Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig. Was jeder Artikel über Helene Hegemann zu betonen nicht vergisst.
 
Vielleicht ist Axolotl Roadkill auch gar nicht geklaut. Vielleicht beschreibt es wie zahlreiche andere ein jugendliches Aufbegehren, eine Ausflippen in der Phantasie, die sich als antibürgerlich gibt und die einfach für das Alter typisch ist? Dann wären beide Bücher eben Produkt dieser beliebten Haltung, bei Jugendlichen beliebt und auch Redakteure finden das toll.
 
Nur wäre es eben nichts neues und auch nicht aufregender als der x-te Mittelalterroman mit einer starken Frau und einem Titel auf "-in" Zwinkernd. Wobei ich nichts gegen Mittelalterromane habe und auch nicht gegen Teenager, die gedanklich gern ausflippen.
 
Hans Peter
« Zuletzt geändert: 06.02.10 um 20:34 von hpr »

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AngelikaD
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Beiträge: 272
Re: Noch ein Plagiat? Axolotl Roadkill
Antworten #1 - 07.02.10 um 15:44
 
Ich habe das ganze durchgelesen und heute morgen schlug ich den Standard von gestern auf und was fand ich dort, genau, eine Lobhuldigung and dieses Roadkill Buch.
 
Im Standard online wurde aber schon von einem Leser auf eben diesen gefühlskonserve Link hingewiesen.
 
Dort (http://derstandard.at/1263706858998/Axolotl-Roadkill-Ein-Crash-Kurs-fuer-das-ric htige-Leben) behauptet auch ein Poster der Geschäftsführer des kleinen Verlages zu sein, in dem Airens Buch erschienen ist und das prüfen zu wollen.  
 
Wenn sich die übernommenen Szenen noch mehr und mehr anhäufen, stellt sich die Frage, ob das ganze nicht unter dem Teppich verschwindet, weil ein großer Verlag sich die besseren Anwälte und PR-Profis leisten kann.
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hpr
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Beiträge: 3303
Re: Noch ein Plagiat? Axolotl Roadkill
Antworten #2 - 07.02.10 um 17:53
 
Heute findet sich eine Stellungnahme von Autorin und Verlag im Buchmarkt:
 
http://www.buchmarkt.de/content/41393-newsflash.htm
 
Langer Rede kurzer Sinn: Die Autorin erklärt, nicht nur von Airen inspiriert worden zu sein, sondern überhaupt und dass sie von der juristischen Seite nichts zu verstehen.
 
Der Verlag, dass er es prüfen will und bei Airens Verlag eine nachträgliche Genehmigung erhalten will.
 
Airens Buch wird durch die Affaire eine gewisse Bekanntheit erreichen, was ihm zu gönnen ist.
 
Und meine Vermutung, dass beide Bücher wohl das gleiche Lebensgefühl ausdrücken, hat sich bestätigt.  
 
Soweit, so gut. Bleibt die Frage, warum die Kulturabteilungen das eine so himmelhoch gelobt haben, das andere aber gar nicht wahrgenommen hat. Dass Helene Hegemann sich bei Airen bedient hat, zeigt ja wohl, dass der nicht schlechter sein kann.
 
Ach ja, es zeigt noch was: Autoren lesen gerne Dinge, von denen sie keine Ahnung haben, in Büchern. Kein Wunder, das bestimmte DInge solcher Autoren sich dann regelmäßig wiederfinden. Zum Beispiel die Idee mit der Linie des Kokains auf der Toilettentrennwand. So entstehen Klischees Zwinkernd
 
Hans Peter

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hpr
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Beiträge: 3303
Re: Noch ein Plagiat? Axolotl Roadkill
Antworten #3 - 08.02.10 um 10:34
 
Heute sind die Feuilletons voll von dem Plagiatsfall. Und wer ist schuld?
 
Nein, natürlich nicht die Feuilletons, die einen Text zum "Buch des Jahrzehnts" hochgelobt haben, der so besonders dann auch nicht war, weil es ihn eben auch anderswo gibt. Erst recht nicht die Qualitätsjournalisten, die so darauf pochen, dass sie und nur sie recherchieren und nicht die schmutzigen Blogger im Netz.
 
Da sie selbst natürlich alle unschuldig sind, finden sie wieder die üblichen Verdächtigen. Das Internet ist schuld, weil es da Copyright nicht achtet! Das hören wir jetzt im vielstimmigen Chor von Wieland Freund (WElt) und Felicitas von Lovenberg (Faz)).
 
Kein Wort davon, dass ausgerechnet die FaS dieses Buch als eins gelobt hat, das nur alle zehn Jahre erscheint. Jetzt wissen wir, dass es doch ein wenig öfter passiert.
 
Kein Wort davon, dass das Internet nicht nur das Copy and Paste (vulgo: Plagiieren) leicht macht, sondern ebenso das Entdecken solcher Tätigkeiten. Wenn man sich eben die Mühe macht, wie der Blogger Deef Pirmasens. Doch genau diese Mühe hielten die Damen und Herren vom QUalitätsjournalismus für überflüssig.
 
Und jetzt zeigen sie mit ausgestrecktem Finger auf andere. Wir waren's nicht!  
 
Peinlich.
 
Hans Peter
« Zuletzt geändert: 08.02.10 um 12:09 von hpr »

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Monika
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Re: Noch ein Plagiat? Axolotl Roadkill
Antworten #4 - 08.02.10 um 11:55
 
Aber das Buch ist heute bei amazon auf Platz fünf.
Und die PR dazu war kostenlos.
 
Liebe Grüße
Monika
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Uschi
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Beiträge: 2389
Re: Noch ein Plagiat? Axolotl Roadkill
Antworten #5 - 08.02.10 um 12:29
 
Zitat von Monika am 08.02.10 um 11:55:
Aber das Buch ist heute bei amazon auf Platz fünf.
Und die PR dazu war kostenlos.

Liebe Grüße
Monika

Ob das schon die Reaktion auf die Plagiatsvorwürfe ist, wage ich zu bezweifeln. Noch haben nicht wirklich viele Leute davon erfahren, und in der Spiegel-Bestsellerliste ziemlich weit vorn war das Buch schon vorher.
 
LG
Uschi

Mein Arbeitsprozess besteht darin, für jede Seite zu sterben und neu geboren zu werden. - Art Spiegelman
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Sysai
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Beiträge: 1143
Re: Noch ein Plagiat? Axolotl Roadkill
Antworten #6 - 08.02.10 um 14:36
 
Zitat von Monika am 08.02.10 um 11:55:
Aber das Buch ist heute bei amazon auf Platz fünf.
Und die PR dazu war kostenlos.

 
Nächste Woche (7) steht es im Spiegel sogar auf Platz 2!
 
http://www.buchaktuell.de/index.php?id=172
 
Gruß Sysai
 
p.s. ich kenne da eine Reihe Leute, die unbedingt ins Feuilleton wollen. An diesem Fall könnten diese Autoren lernen, wie man es macht.
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Thot
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Beiträge: 872
Re: Noch ein Plagiat? Axolotl Roadkill
Antworten #7 - 08.02.10 um 14:46
 
Hier ein Kommentar dazu aus dem Börsenblatt:
 
http://www.boersenblatt.net/356659/
 
Andreas
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SusanneG
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Beiträge: 369
Re: Noch ein Plagiat? Axolotl Roadkill
Antworten #8 - 08.02.10 um 15:06
 
Der Trailer auf Youtube zum Buch ist widerlich. Wer denkt sich einen solchen Schwachsinn aus? Dafür würde ich meine Kinder nicht hergeben.  
 
Viele Grüße,
 
Susanne

Das Paradies habe ich mir immer als Art Bibliothek vorgestellt. (Jorge Luis Borges)
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Lothar Nietsch
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Beiträge: 311
Re: Noch ein Plagiat? Axolotl Roadkill
Antworten #9 - 08.02.10 um 15:14
 
Zitat von Thot am 08.02.10 um 14:46:
Hier ein Kommentar dazu aus dem Börsenblatt:

http://www.boersenblatt.net/356659/

Andreas

 
Gerade der zweite Kommentar von Matthias Ulmer ist recht aufschlussreich. Ich finde vor allem die Einstellung der Autorin ziemlich ernüchternd und ich frage mich: Waren wir (meine Generation) früher nicht auch irgendwie so?

Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich war Milliarden und Abermilliarden von Jahren tot. Bevor ich geboren wurde. Es hat mir nicht die geringsten Unannehmlichkeiten bereitet.
Mark Twain
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hpr
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Beiträge: 3303
Re: Noch ein Plagiat? Axolotl Roadkill
Antworten #10 - 08.02.10 um 15:26
 
Zitat von Lothar Nietsch am 08.02.10 um 15:14:
Gerade der zweite Kommentar von Matthias Ulmer ist recht aufschlussreich. Ich finde vor allem die Einstellung der Autorin ziemlich ernüchternd und ich frage mich: Waren wir (meine Generation) früher nicht auch irgendwie so?  

Ja, waren wir. Aber wir hatten keinen Vater mit Beziehungen in die Kulturszene und keinen berufsdreißigjährigen Maxim Biller, der das zum Jahrzehntwerk hochstilisierte Zwinkernd.
 
Hans Peter

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Lothar Nietsch
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Beiträge: 311
Re: Noch ein Plagiat? Axolotl Roadkill
Antworten #11 - 08.02.10 um 15:31
 
Zitat von hpr am 08.02.10 um 15:26:
Zitat von Lothar Nietsch am 08.02.10 um 15:14:
Gerade der zweite Kommentar von Matthias Ulmer ist recht aufschlussreich. Ich finde vor allem die Einstellung der Autorin ziemlich ernüchternd und ich frage mich: Waren wir (meine Generation) früher nicht auch irgendwie so?  

Ja, waren wir. Aber wir hatten keinen Vater mit Beziehungen in die Kulturszene und keinen berufsdreißigjährigen Maxim Biller, der das zum Jahrzehntwerk hochstilisierte Zwinkernd.

Hans Peter

 
Hehe,
 
das hast Du gut ausgedrückt.
 
LG
 
Lothar

Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich war Milliarden und Abermilliarden von Jahren tot. Bevor ich geboren wurde. Es hat mir nicht die geringsten Unannehmlichkeiten bereitet.
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Siegfried
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Beiträge: 608
Re: Noch ein Plagiat? Axolotl Roadkill
Antworten #12 - 08.02.10 um 16:13
 
Spiegel meldet sich nun auch zum Thema:
 
http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,676490,00.html
 
Liebe Grüße
 
Siegfried
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Christine Spindler
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Beiträge: 1039
Re: Noch ein Plagiat? Axolotl Roadkill
Antworten #13 - 08.02.10 um 16:14
 
Zitat von SusanneG am 08.02.10 um 15:06:
Der Trailer auf Youtube zum Buch ist widerlich. Wer denkt sich einen solchen Schwachsinn aus? Dafür würde ich meine Kinder nicht hergeben.

Viele Grüße,

Susanne

 
Als ob das Plagiat nicht schon schlimm genug wäre - und den Machern nicht mal peinlich, wie es scheint - dann auch noch so ein Trailer! Da wird mir als Mutter regelrecht übel. Es mag kunstvoll inszeniert sein, aber ich empfinde es als eine Form von Missbrauch.
 
Not amused
Christine

Der Nachteil am Nichtstun ist, dass man nicht weiß, wann man fertig ist.
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Monika
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Beiträge: 2611
Re: Noch ein Plagiat? Axolotl Roadkill
Antworten #14 - 08.02.10 um 16:15
 
Ich habe mir bei amazon mal die Leseprobe angesehen.  
 
Ganz ehrlich, ich bin geschockt.  
 
Warum machen wir uns hier eigentlich so viele Gedanken darum, wie viele Alternativen es für Verben des Sagens gibt?  
Es geht scheinbar auch ganz ohne diese und dafür wird man dann auch noch in den Himmel gelobt.  
 
Die Leseprobe empfinde ich als Zumutung.  
Wirr, sprachlich wenig ästhetisch und realitätsfern.  
Unterstes Dokusoapnieveau  
So etwas möchte ich nicht lesen.  
 
Liebe Grüße  
Monika
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