“Ein Schriftsteller ist gestorben und kommt ans Himmelstor. Dort wartet schon Petrus auf ihn und sagt:
“Gratuliere, Sie sind fürs Schriftstellerparadies vorgesehen. Wenn Sie es vielleicht einmal besichtigen möchten?”
“Gern,” sagt der Verstorbene, und Petrus führt ihn zu einem Guckloch, durch das man ins Paradies schauen kann. Dort sieht es so aus:
Die Dichter sitzen auf feurigen Stühlen vor rot glühenden Tastaturen, bei jedem Buchstaben, den sie tippen, verbrennen sie sich die Finger, und sie jammern und klagen und raufen sich die Haare.
“Wenn das das Paradies ist,” meint der tote Schriftsteller, “dann möche ich doch gern mal die Hölle sehen.”
“Ganz wie Sie wünschen,” sagt Petrus. Die beiden fahren mit dem Aufzug eine Million Stockwerke nach unten und landen in der Schriftstellerhölle. Und die ist so:
Die Dichter sitzen auf feurigen Stühlen vor rot glühenden Tastaturen, bei jedem Buchstaben, den sie tippen, verbrennen sie sich die Finger, und sie jammern und klagen und raufen sich die Haare. Alles ist so wie im Himmel.
“Wo ist denn da bitte der Unterschied?”, erkundigt sich der tote Schriftsteller.
“Ganz einfach”, antwortet Petrus. “Die hier unten finden keinen Verleger.”
erzählt von José Pablo Feinmann, berichtet im Tieger Blog (
http://www.autorinnen.de/), der auch sonst einiges über Schriftsteller weiß.
Hans Peter