Fairlag - Aktionsbündnis für faire Verlage Montségur Autorenforum
                       
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Dienstleister: Kontrast-Verlag (Gelesen: 6142 mal)
Quidam
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Beiträge: 3717
Dienstleister: Kontrast-Verlag
21.01.09 um 11:24
 
Hallo Leute,
 
ich habe heute vom Kontrast-Verlag Post erhalten.
 
Sie räumen meiner Geschichte Marktchancen ein - und ich zitiere: Da es aber bei knapp 100.000 Neuerscheinungen pro Jahr schwierig ist, einen weniger bekannten Autor bekannt zu machen und große Verlage völlig darauf verzichten, neue oder wenig bekannte Autoren aufzunehmen und nur auf risikolose Bestsellerautoren und preiswerte Auslandslizenzen zurückgreifen, sind sie trotzdem bereit, 3/4 der Kosten in Höhe von 20.301,40 € als Risiko zu übernehmen.  
 
Mein Risiko wäre mit 4.265 € relativ gering, da der Verlag über rund 3.500 Adresse von Buchhandlungen verfügt und natürlich auch auf Buchmessen vertreten ist.
 
Der Verlag hat zudem mein Mondgeheimnis als Ansicht angefordert. Also bevor ich wusste, dass es sich dabei um einen 'Verlag' handelt, der vom Autor einen Zuschuß verlangt. Übrigens: Wenn ich meine Unterlagen zurückhaben will, muss ich 10 € zur Kostendeckung überweisen.  
Da gehe ich doch lieber zur Buchhandlung meines Vertrauens, bestelle mir mein eigenes Buch und spare dabei 5 Cent - und dann hat auch mein Verlag etwas davon. Und ich meine Tantienem. Zwinkernd
 
Da nicht nur ich der Meinung bin, dass das Geld ausschließlich vom Verlag zum Autor fließen sollte, habe ich natürlich dieses Angebot nicht wahrgenommen.  
Kurzum: Eine Veröffentlichung bei Kontrast würde ich keinesfalls empfehlen.
 
Grüße
Quidam
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hpr
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Beiträge: 7112
Re: Dienstleister: Kontrast-Verlag
Antworten #1 - 21.01.09 um 13:07
 
Zitat von Quidam am 21.01.09 um 11:24:

Kurzum: Eine Veröffentlichung bei Kontrast würde ich keinesfalls empfehlen.

Aber Quiddy, da versäumst du die Chance deines Lebens!
 
Immerhin hat der Verlag laut Homepage  
Zitat:
festefreie Mitarbeiter, vom Lektorat über die Gestaltung bis hin zum Marketing und Vertrieb

Andere Verlage haben nur freie oder feste Mitarbeiter. Aber festefreie Mitarbeiter, diese neue Kombination ist genial!
 
Zitat:
Der Kontrast Verlag bedient sich Auslieferer in Deutschland, Österreich und der Schweiz und den Grossisten in Deutschland und dem Internet beim Vertrieb ihres Verlagsprogramms

Andere Verlage bedienen sich immer noch südkoreanischer Auslieferer und wundern sich, warum das nichts wird mit den Bestsellern. Auslieferer aus Deutschland! Auf diese Idee muss man erst mal kommen! Genial! s22
 
Hans Peter
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Quidam
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Beiträge: 3717
Re: Dienstleister: Kontrast-Verlag
Antworten #2 - 21.01.09 um 13:18
 
Ich enthalte mich eines weiteren Kommentars. Smiley
 
Grüße
Quidam
« Zuletzt geändert: 21.01.09 um 16:16 von Quidam »
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Thot
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Re: Dienstleister: Kontrast-Verlag
Antworten #3 - 21.01.09 um 20:23
 
Weitere Antworten zum Thema wurden in dieses Thema verschoben.
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Thot
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Beiträge: 1290
Re: Dienstleister: Kontrast-Verlag
Antworten #4 - 23.01.09 um 11:48
 
Ich habe von Harry Herrn P. Jost vom Kontrast Verlag folgende Richtigstellung mit der Bitte um Veröffentlichung bekommen:
 
Zitat:
Herr Fischer hat uns ein Mansukript angeboten, dass bereits als Buch im Lerato Verlag erschienen ist. Angeblich sei es dem Verlag nicht gelungen ist, das Buch in den Handel zu bringen. Wir haben darauf Herrn Fischer einen "Herstellungs- und Vertriebsvertrag", also keinen Autoren-Vertrag, angeboten. Dies geschah, da Herr Fischer, laut seiner Aussage, wegen einer unmittelbar bevorstehenden Verfilmung, dringend an einer stärkeren öffentlichen Präsenz gelegen war und wir guten Kontakt zu rund 3.500 Buchhandlungen und einer etwa gleichen Zahl von Multiplikatoren aus dem Literaturbereich haben. Wir haben uns dabei sogar bereit erklärt, 3/4 der Herstellungs- und Vertriebskosten zu übernehmen, unter der Voraussetzung, dass das Buch vom Larato Verlag umgehend vom Markt genommen wird. Kalkulatorisch sind mit den Kosten, die auf Herrn Fischer gekommen wären, ausschließlich die Mehrkosten für die, von ihm wegen der Verfilmung, ausdrücklich erwarteten verstärkten Öffentlichkeitsarbeit und Werbemaßnahmen gedeckt.

 
Nun wissen wir natürlich nicht, was in dem erwähnten Autoren-Vertrag stehen würde. Jedenfalls erfahren wir aber, dass es beim Kontrast Verlag offenbar verschiedene Verträge gibt.
 
Unerfahrene Autoren sollten ganz besonders aufpassen, welche Variante ihnen angeboten wird.
 
Wie gute Verlagsverträge auszusehen haben, kann man anhand der Normverträge, die der Verband deutscher Schriftsteller (VS in ver.di) gemeinsam mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. ausgearbeitet hat, hier nachlesen:
http://vs.verdi.de/urheberrecht/mustervertraege
 
Denn klar ist: Autoren zahlen niemals für Lektorat, Produktion, Marketing, Vertrieb oder anderer Aspekte ihrer Buchpublikation (nein, auch nicht für eine Mindestabnahme ihrer eigenen Bücher). Das wäre eine Umkehrung des Verlagsprinzips, laut dem der Verlag in Vorleistung geht und den Urheber (der seine Arbeit ja schon geleistet hat) an den Erlösen (nicht Gewinnen) beteiligt.
 
Wer darüber hinaus Fragen zum Thema Verlagswesen und Zuschüsse durch den Autor hat, der findet alles hilfreiche auf den Seiten des Fairlag Aktionsbündnisses:
http://www.aktionsbuendnis-faire-verlage.com/web/
 
Gruß,
 
Andreas
 
PS: Hier ein interessanter Artikel vom Lieraturcafé mit dem Titel "Welche Verlage und Literaturagenten wir Ihnen empfehlen können":
http://www.literaturcafe.de/welche-verlage-und-literaturagenten-wir-empfehlen/
« Zuletzt geändert: 23.01.09 um 13:49 von Thot »
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Thot
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Beiträge: 1290
Re: Dienstleister: Kontrast-Verlag
Antworten #5 - 27.01.09 um 10:02
 
Nachtrag:
 
Inzwischen habe ich Einsicht in die Unterlagen bekommen, um zu verstehen, wie es zu diesem Missverständnis zwischen "Autorenvertrag" und "Herstellungs- und Vertriebsvertrag" kommen konnte.
 
Im Anschreiben des Verlages steht "(...) Deshalb legen wir Ihnen vorsorglich unsere AGB und einen vorbereiteten Autorenvertrag bei (...)".
Des weiteren ist der beigefügte Vertrag nicht mit einer Spezifizierung wie zum Beispiel "Herstellungs- und Vertriebsvertrag" sondern schlicht mit "Vertrag" betitelt. Zwar steht im Vertrag "1. Der Verlag übernimmt die Herstellung und den Vertrieb des von dem/r Autor/in vorgelegten Manuskriptes", aber das trifft natürlich auch auf jeden anderen Verlagsvertrag zu, da es sich hierbei um die reguläre Arbeit eines Verlages handelt, die von einem Autor natürlich nicht zu zahlen ist.
 
Es ist deutlich geworden, dass der Autor zunächst nicht davon ausgehen konnte, dass er etwas anderes als einen regulären Autorenvertrag erhält. Die Überraschung und Verärgerung darüber, statt eines Verlagsvertrages den eines Dienstleisters angeboten bekommen zu haben, ist also nachvollziehbar.
 
Gruß,
 
Andreas
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