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Jungs auf dem Buchmarkt vernachlässigt? Artikel/RM (Gelesen: 4120 mal)
jueb
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Beiträge: 2725
Jungs auf dem Buchmarkt vernachlässigt? Artikel/RM
21.05.08 um 11:46
 
Für einige von Euch sicherlich interessant, ein Artikel im Rheinischen Merkur:
 
JUGENDBUCHMARKT : Tom muss rudern
 
Die Leseinteressen der Mädchen werden bevorzugt bedient. Schmökernde Jungen haben die Verlage offenbar abgeschrieben.
 
http://www.merkur.de/2008_21_Tom_muss_rudern.28221.0.html?&no_cache=1
 
Herzlichst: jueb
« Zuletzt geändert: 21.05.08 um 23:18 von eva v. »

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Luise
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Re:  Jungs auf dem Buchmarkt vernachlässigt? Artikel/RM
Antworten #1 - 21.05.08 um 12:01
 
Ein guter Artikel, der das Problem mal ausnahmsweise nicht so einseitig beleuchtet. Liegt vielleicht daran, dass der Autor selbst ein bekannter Kinderbuchautor ist und sich in der Branche vermutlich bestens auskennt. Vieles, was ich da gelesen habe (zum Beispiel die mitentscheidenden Vertriebsleiter und Vertreter), kommt mir sehr bekannt vor. Danke für den Link, Jueb.
 
LG Luise
 
P.S. Aber warum muss das "Junx" heißen? Das ist ja noch schlimmer als Kids ...
 
Genau. Daher geändert. LG, eva
« Zuletzt geändert: 21.05.08 um 23:20 von eva v. »
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jueb
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Beiträge: 2725
Re:  Junx auf dem Buchmarkt vernachlässigt? Artikel/RM
Antworten #2 - 21.05.08 um 12:07
 
.. ich gesteh's, liebe Luise, aus Faulheit schrieb ich "x" statt "gs" Smiley
 
Hezrlichst:
jueb

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Barbara Peters
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Beiträge: 409
Re:  Jungs auf dem Buchmarkt vernachlässigt? Artikel/RM
Antworten #3 - 21.05.08 um 17:10
 
Lieber jueb,
 
vielen Dank für diesen link! Ja, Wolfgang Bittner hat in vielem recht!
 
Barbara
« Zuletzt geändert: 21.05.08 um 23:20 von eva v. »
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ThomasP
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Beiträge: 56
Re:  Jungs auf dem Buchmarkt vernachlässigt? Artikel/RM
Antworten #4 - 22.05.08 um 10:40
 
Auch von mir vielen Dank für den Hinweis: ein sehr interessanter Artikel, auf den ich allein sicher nicht gestoßen wäre.
 
Liebe Grüße, Thomas

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Christine B.




Re:  Jungs auf dem Buchmarkt vernachlässigt? Artikel/RM
Antworten #5 - 22.05.08 um 10:58
 
Ich glaube auch, dass Jungs mehr lesen würden, wenn es mehr passende Literatur für sie gäbe. Dass angebliche "Nichtleser" Fantasy-Reihen mit tausenden von Seiten verschlingen, belegt das meines Erachtens sehr schön.
 
Da Bittner den Thienemann-Verlag mit seinen "Für Mädchen verboten"-Büchern anspricht: In der Verlagsvorschau für den Herbst gibt es im Jugendbuchbereich etliche Titel, die sowohl für Jungen als auch für Mädchen spannend zu lesen sein müssen.
 
Hoffnungsvoll grüßt
Christine, die noch ein bisschen bei ihren Problem-Themen bleibt.
  
« Zuletzt geändert: 22.05.08 um 13:17 von ChristineB »
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hpr
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Beiträge: 3303
Re:  Jungs auf dem Buchmarkt vernachlässigt? Artikel/RM
Antworten #6 - 22.05.08 um 15:37
 
Zitat von jueb am 21.05.08 um 11:46:

Die Leseinteressen der Mädchen werden bevorzugt bedient. Schmökernde Jungen haben die Verlage offenbar abgeschrieben.

http://www.merkur.de/2008_21_Tom_muss_rudern.28221.0.html?&no_cache=1

Danke, Jueb, für den Tipp. Endlich scheint es einigen mal bewußt zu werden, dass da offenbar fleissige Vorurteile am Werk sind. Und Verlagsmitarbeiter (meist -innen), die damit sich selbst hochloben (wir Frauen sind eben besser) und gar kein Interesse haben, dass Jungen lesen. So, wie Anhänger der Rassenteilung kein Interesse hatten, dass Neger auf die Uni gehen, würde ja ihr Weltbild zerstören.
 
Schade, dass dem Autor das Thema etwas aus der Hand rutscht. Seine Klage über vorgefertigte Massenware stimmt zwar, aber das trifft sowohl auf Jungen- wie Mädchenbücher zu. Dass Jungen weniger anfällig für Klischees sind, halte ich nämlich für ein Gerücht Zwinkernd. Und diese vorgefertigte Massenware ist in der Jugend/Kinderliteratur immer noch seltener als bei erwachsenenbücher, so weit ich das verfolge.
 
Ich vermute wirklich, dass es da eine Art selbsterfüllende Prophezeiung gibt: Jungen lesen nicht! Was, du willst lesen? Nein, das ist nichts für dich. Du willst doch ein rihctiger Junge sein, oder?
 
Hans Peter

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Re:  Jungs auf dem Buchmarkt vernachlässigt? Artikel/RM
Antworten #7 - 23.05.08 um 15:08
 
Hallo jueb,
 
danke, das ist ein wichtiges Thema, das ja auch immer wieder diskutiert wird.
Auch ich habe Tom Sawyer und Huck Finn gelesen und frage mich auch, ob die Geschichten heute noch ihr Publikum fänden. Ich habe beide Jungs leider nicht dafür begeistern können, zumal alle beide Lesemuffel sind. Allerdings kann ich dem 12jährigen praktisch alles verkaufen, solange es als Hörbuch bequem ins Ohr träufelt...
 
Aber wir wollen die Jungs ja dazu bringen sich den gedruckten Werken zu widmen, und da werden immer wieder Vorstöße gemacht, auch jenseits der Ich-bin-ein-Junge-und-auch-verliebt-Themen. Immerhin waren ja die Wilden Kerle ein ziemlicher Erfolg.
Derzeit startet dtv junior eine neue Reihe. Ich schreibe voraussichtlich in der nächsten Staffel mit. Heute war dazu grad was im börsenblatt:
http://www.boersenblatt.net/190372/
Das Niveau der ersten Staffel ist sehr unterschiedlich. Aber ich denke, bei dem einen oder anderen Thema wird der Spaß der Kerle an Abenteuergeschichten doch geweckt.
 
Ich bin auf die Verkaufszahlen gespant und wie es überhaupt bei den kleinen Lesern ankommt. Und auch hier - so schätze ich - werden wieder viele Mädchen mitlesen, zumal einer der vier Bände sich mit Pferden beschäftigt.
 
Schaun mer mal, was sich am Markt weiter in Sachen Jungsliteratur tut. Manche Verlage trauen sich vielleicht auch nicht so recht an das Thema heran, wenn sie einen wirtschaftlichen Misserfolg befürchten müssen.
 
Lieben Gruß
Petra
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jueb
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Beiträge: 2725
Re:  Jungs auf dem Buchmarkt vernachlässigt? Artikel/RM
Antworten #8 - 23.05.08 um 15:11
 
also ich behalte die dtv junior reihe mal im Auge Smiley
 
Herzlichst
jueb
 
 

"Das Erwachen der Gabriele Fuhrmann"
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Tin
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Beiträge: 3741
Re:  Jungs auf dem Buchmarkt vernachlässigt? Artikel/RM
Antworten #9 - 24.05.08 um 23:32
 
Den allgemeinen Applaus für diesen Artikel kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Mir scheint's, der Autor hat sich vor allem persönlichen Frust von der Seele schreiben wollen. Ein Blick in die aktuellen Programme der Jugendverlage hätte gereicht, um festzustellen, dass das Angebot für männliche und weibliche Jugendliche keinen Wunsch offen lässt. Wie Christine schon schrieb: Allein beim Thienemann-Verlag finden sich - auch wieder in der aktuellen Vorschau - anspruchsvolle Krimis, Abenteuerromane und historische Romane für Jungen in Hülle und Fülle (unter anderem auch von Montsegurler Michael Borlik).  
Dass es außer den "Für Mädchen verboten"- Büchern auch noch die Wilden Kerle, das Magische Baumhaus, die drei Fragezeichen, R.L. Stines Fear Street und Gänsehaut mit überwiegend männlichem Zielpublikum gibt, scheint der Autor auch nicht registriert zu haben. Wobei mir ohnehin nicht klar ist, warum er aktuelle Reihentitel der Verlage mit den Klassikern seiner Jugendjahre vergleicht.  
Dass Jungen weniger lesen - daran gibt es wohl keinen Zweifel. Aber bestimmt liegt das nicht daran, dass der Verlage mit "Spießigkeit, Engstirnigkeit und mangelnder Bildung" versäumen, ihnen Lesestoff anzubieten, wie der Autor schlussfolgert.
 
Viele Grüße,
 
Tin
 
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ThomasP
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Beiträge: 56
Re:  Jungs auf dem Buchmarkt vernachlässigt? Artikel/RM
Antworten #10 - 25.05.08 um 03:16
 
Drei Anmerkungen vorweg:
i) Kenne ich mich mit dem Jugendbuchmarkt wenig bis gar nicht aus, so dass ein solcher Einblick (selbst wenn er ideologisch oder geschmäcklerisch gefärbt ist) für mich interessant ist.
ii) Will ich den Autor gar nicht zwingend in Schutz nehmen.
iii) Will ich mich mit Dir auch gar nicht anlegen.
Aber nichtsdestotrotz machst Du in Deiner Kritik die gleichen Fehler, die der Artikel auch macht, Du läßt nämlich zum einen Teile weg oder verallgemeinerst bis an den Rand der Verzerrung.
 
Zitat von Tin am 24.05.08 um 23:32:
Ein Blick in die aktuellen Programme der Jugendverlage hätte gereicht, um festzustellen, dass das Angebot für männliche und weibliche Jugendliche keinen Wunsch offen lässt.

Ganz offensichtlich lassen die aktuellen Programme ja den Wunsch nach "großen Jugendbüchern", die für beide Geschlechter gleich interessant sind und von vielen gelesen werden offen.
 
Zitat von Tin am 24.05.08 um 23:32:
Wobei mir ohnehin nicht klar ist, warum er aktuelle Reihentitel der Verlage mit den Klassikern seiner Jugendjahre vergleicht.

Meiner bescheidenen Meinung nach, will er auf das zuvor von mir klarer benannte heraus: Es gibt eben keine neuen, sehr erfolgreichen, nicht Reihen gebundenen Kinder-/Jugendbücher, die für beiderlei Geschlecht interessant sind. Aus meiner Kindheit/Jugend fallen mir da eine Reihe von Autoren ein: Angela Sommer-Bodenburg, Christine Nöstlinger oder Michael Ende um nur einige wenige zu nennen. So möchte ich auch die vom Autor genannten vor allem angloamerikanischen und lange zurückliegenden Autoren vermeiden.
Vielleicht gibt es ja auch neue Kinder-Kassenschlager (abgesehen vom Zauberschüler Töpfer), aber ich kenne einfach keine.
In der Tat hinkt der von ihm angestellte Vergleich aber natürlich trotzdem.
 
Zitat von Tin am 24.05.08 um 23:32:
Wie Christine schon schrieb: Allein beim Thienemann-Verlag finden sich - auch wieder in der aktuellen Vorschau - anspruchsvolle Krimis, Abenteuerromane und historische Romane für Jungen in Hülle und Fülle.
Dass es außer den "Für Mädchen verboten"- Büchern auch noch die Wilden Kerle, das Magische Baumhaus, die drei Fragezeichen, R.L. Stines Fear Street und Gänsehaut mit überwiegend männlichem Zielpublikum gibt, scheint der Autor auch nicht registriert zu haben.

Du nennst ja auch mehrere Titel, die sich nach kurzem Recherchieren als Übersetzungen entpuppen, die der Autor wiederum ja explizit erwähnt und als negativ markiert. Ihm also zu unterstellen, daß er diese nicht registriert hat, ist etwas unfair.
 
Zitat von Tin am 24.05.08 um 23:32:
Dass Jungen weniger lesen - daran gibt es wohl keinen Zweifel. Aber bestimmt liegt das nicht daran, dass der Verlage mit "Spießigkeit, Engstirnigkeit und mangelnder Bildung" versäumen, ihnen Lesestoff anzubieten, wie der Autor schlussfolgert.

Auch dieses Zitat von Dir verknappt etwas übermäßig, der Autor sagt doch klar, dass solche Faktoren dominieren - er räumt aber ein, daß dies nicht bei allen Verlagen der Fall ist. Im Gegenteil: Er lobt ja sogar die Arbeit der Verlage, u.a. kommt doch der von Dir in Schutz genommene Thienemann Verlag gut weg, da seine Jungen-Reihe ja explizit erwähnt wird.
 
Insgesamt betrachtet, muss ich an der Aussage festhalten, dass der Artikel für jemanden, der nicht mit dem Kinderbuchmarkt vertraut ist, informativ und interessant ist. Das Wolfgang Bittner auch mit einem gehörigen Maß an Polemik arbeitet, sei ihm zugestanden.  
 
Wobei Deine Aussagen (trotz der ebenfalls vorhandenen Polemik), aber sehr dienlich dabei sind, die Aussagen des Artikels zu relativieren. Vielleicht magst Du ja einen Gegenentwurf zum Artikel verfassen, der uns aussenstehenden aber interessierten Lesern einmal die positiven Seiten des aktuellen Kinder- bzw. Jugendbuchmarktes vor Augen führt. Ich wäre sehr gespannt und interessiert.
 
Liebe Grüße, Thomas

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Tin
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Beiträge: 3741
Re:  Jungs auf dem Buchmarkt vernachlässigt? Artikel/RM
Antworten #11 - 25.05.08 um 08:56
 
Hi Thomas,
 
mir ging es nur darum, diesen Thread nicht ins Montsegur-Archiv wandern zu lassen, ohne eine Gegenmeinung formuliert zu haben. Ich habe die leise Hoffnung, dass sich dadurch auch die Montsegur-Autoren von Jungenbüchern ermuntert fühlen, dem Artikel zu widersprechen. Denn die unterschwellige Aussage, dass deutsche Verlage zu doof sind, um den Lesegeschmack der Jungen zu bedienen, ist einfach falsch  Zwinkernd
(Ich selbst kann mich wegen dringender Abgabetermine in diesen Wochen nicht an solchen Diskussionen beteiligen, was mir sehr leid tut.)
 
LG,
 
Tin
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Sysai
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Re:  Jungs auf dem Buchmarkt vernachlässigt? Artikel/RM
Antworten #12 - 25.05.08 um 11:56
 
liebe Tin,
ich kann ein wenig widersprechen.
zwar kenne ich mich auf dem heutigen Jugendbuch-Sektor nicht so aus, aber ich weiß, dass zumindest der Verlag, bei dem unser Jugendbuch im August erscheint, das Manuskript Jungen im Alter ab 12 zu lesen gegeben hat. Von Mädchen habe ich in dem Zusammenhang nichts erfahren.    
Für mich heißt das, der Verlag (Hanser Kibu) ist daran interessiert, Bücher für Jungen zu machen. Er dürfte keine Ausnahme sein.
Gruß Sysai
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UlfSch
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Beiträge: 1517
Re:  Jungs auf dem Buchmarkt vernachlässigt? Artikel/RM
Antworten #13 - 25.05.08 um 18:36
 
Zitat von ThomasP am 25.05.08 um 03:16:
Ganz offensichtlich lassen die aktuellen Programme ja den Wunsch nach "großen Jugendbüchern", die für beide Geschlechter gleich interessant sind und von vielen gelesen werden offen.

 
Ob dies stimmt, kann ich nicht beurteilen. Aber ich glaube Jungen lesen gern andere Bücher als Mädchen. Und einen geschlechtslosen Einheitsbrei zu produzieren, halte ich weder für dienlich noch für erfolgreich.
 
Jungens lieben Wettstreit, Abenteuer, Auseinandersetzung. Nicht ausschließlich, aber vorrangig. Das ist eine biologische Tatsache. Mädchen lieben wahrscheinlich eher Bücher, bei denen es um soziale Elemente geht. Vermute ich. Bin kein Mädchen.
 
Aber ich weiß, was mir und meinen Freunden als Jugendliche zu Lesen Spaß gemacht hat. Dafür hatten die Mädchen in der Klasse nur ein müdes Lächeln übrig.
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MelanieM
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Re:  Jungs auf dem Buchmarkt vernachlässigt? Artikel/RM
Antworten #14 - 25.05.08 um 18:51
 
Zitat von UlfSch am 25.05.08 um 18:36:
Mädchen lieben wahrscheinlich eher Bücher, bei denen es um soziale Elemente geht. Vermute ich. Bin kein Mädchen.

 
Mist, dann bin ich ja ein Junge gewesen  Zwinkernd.  
Spaß beiseite, ich glaube, ein gutes Jugendbuch hat von allem etwas - Spannung, Abenteuer, soziale Konflikte/Elemente. Und dann ist es auch gleichgültig, ob es als Jungen- oder Mädchenbuch verkauft wurde. Als ich Kind war, stand bei den Schneiderbüchern auch immer noch drauf, ob für Jungen oder Mädchen, gelesen habe ich beide Sorten. Es ist auch nichts dran, an dem Gerücht, dass Jungen keine Bücher lesen würden mit einer Protagonistin. Dafür gibt es bekannte Gegenbeispiele (z.B. Pipi Langstrumpf). Ich habe auch bei meinem Buch mit einer zwölfjährigen Protagonistin und dann auch noch in Ich-Erzählung (soll ja angeblich bei Kinder- und Jugendbüchern gar nicht gehen), etliche Rückmeldungen von Jungen im Alter zwischen neun und 12 Jahren bekommen, denen es gefiel.  
 
Dass Jungen im Allgemeinen weniger lesen als Mädchen, glaube ich schon. Es lesen ja auch weniger Männer als Frauen.  Aber das Jungen auf dem Buchmarkt vernachlässigt werden, kann ich so nicht sehen. Ich finde die Unterscheidung in Bücher für Jungen und Mädchen ohnehin störend. Bücher für Kinder und Jugendliche finde ich in der heutigen Zeit viel angemessener. Es sollte um die Geschichten gehen, nicht um eine von Erwachsenen getroffene Vorauswahl, ob das Buch nun für Jungs oder Mädchen sei. Karl May wurde schon benannt - den lesen heute fast nur noch Mädchen und Frauen. Ich bin immer wieder verblüfft, auf wie viele erwachsene Männer ich stoße, die noch nie ein Karl May Buch gelesen haben.  
 
Enid Blytons Abenteuer-Serie oder Fünf Freunde sind auch schöne Beispiele für Jugendbücher, die für Jungen und Mädchen sind. Wenn ich so zurückdenke, habe ich selbst meine Lieblingsbücher immer unter denen gefunden, die nicht in ein vorgefasstes Mädchen- oder Jungenbuch-Schema passten.
 
Gruß, Melanie
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